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Jubeln können sie ja, die Adler. Foto: SC Preußen Münster

Das Jahr des Adlers


Von Fabian Renger

(13.05.19) "Ich sah schon ziemlich müde aus heute Morgen..." Am Montagnachmittag klang Sören Weinfurtner noch arg mitgenommen. Seine Stimme war arg in Mitleidenschaft gezogen worden am Sonntagnachmittag. Kein Wunder: Preußen Münsters Reserve ist seit Sonntag Oberligis und aufgestiegen. Im siebten Jahr ist Weinfurtner dort Trainer. Wenn's dann klappt mit dem Aufstieg, dann dürfen die Tassen logischerweise auch mal gehoben werden. Warum es nun nach mehrmaligen vergeblichen Anläufen nun aber funktioniert hat? Tja, ausgerechnet eine unerwartete Niederlage war mit ausschlaggebend für die wilde Fahrt.

Das findet jedenfalls Weinfurtner in der Rückschau. Anfang des Jahres Öffnet internen Link im aktuellen Fensterreiste der Preußen-Tross zum SV Mesum - ein todsicheres Ding. Jedenfalls auf dem Papier. Wie man doch falsch liegen kann: Mesum, damals abgeschlagen unterm Strich, siegte 2:1. Und Öffnet internen Link im aktuellen Fensterdie ganze Welt fragte sich: Wie war das möglich? Etwas zu lasch gingen die Preußen die Aufgabe an. "Wir haben das in der Trainingswoche danach deutlich angesprochen: Entweder legen wir nun den nötigen Arbeitsethos und die nötige Seriosität an den Tag - oder eben nicht, und dann werden wir Dritter, Vierter oder Fünfter", erklärt Weinfurtner. Seine Truppe entschied sich für den ersten Ansatz.

Einige Schlüsselspiele

Es folgte ein weiteres dieser Schlüsselspiele. Der größte Jäger aus Neuenkirchen war eine Woche später zu Gast. Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2:1 gewannen die Preußen mit dem Papst in der Tasche. Der Siegtreffer fiel erst in der 88. Minute. Wie im Hinspiel gegen Neuenkirchen - damals Öffnet internen Link im aktuellen Fenster3:1 für die Preußen - drehten die Münsteraner spät auf. Auch das eher unscheinbar wirkende Duell in Clarholz zählt Weinfurtner dazu. Mitte November holten die Preußen dort einen 2:1-Erfolg - nach 0:1-Rückstand, das entscheidende Tor fiel ebenfalls erst in Minute 88. Timing und Mentalität waren vorhanden. 

Zum ersten Mal habe Weinfurtner zur Winterpause bereits im Gefühl gehabt: Das könnte das Jahr des Adlers werden! Wenn sein Team denn stabil und konstant genug bleibt. Auch diverse Turniererfolge im Hallenwinter wie beispielsweise der Gewinn der Stadtmeisterschaft halfen, dass da etwas zusammenwächst und nährten Weinfurtners Gedanken. Vor allem, weil seine Jungs keine Mitläufer seien. "Sie sind wissbegierig und lernbereit, bringen aber auch eigene Ideen ein, stellen viele eigene Fragen", erfreut sich Weinfurtner an seiner Gang. "Du musst dich mögen, klar, aber das alleine reicht nicht."

Gute Unterstützung von oben

16 neue Leute kamen im Sommer zusammen, es formte sich fix eine junge, lernwillige Einheit. "Und der Verein hat uns toll unterstützt", spricht Weinfurtner explizit den SCP-Verantwortlichen Malte Metzelder und Bernhard Niewöhner seinen Dank aus. Sie machten den Weg frei für zwei starke externe Neuzugänge im Winter: Julius Hölscher (TuS Haltern) und Loris Deiters (Twente II), namhafte Flemmer. Zumal mit Nils Janßen (Patellasehne) und Leon Gensicke (Schambeinentzündung) von Saisonbeginn zwei absolute Eckpfeiler der Truppe ausgefallen waren. Hinzu kamen weitere Rückschläge: Andre Born, Julian Conze - wichtige Leute, die nicht komplett schadlos durch die Saison gingen.

Auch in der neuen Saison werde man sich sicherlich mit ein paar externen Kräften neue Impulse geben, berichtet Weinfurtner. Und dann wird das große Ziel in den Vordergrund gestellt: Erst einmal die Klasse so früh wie möglich halten, um anschließend nicht mehr so häufig auf die Tabelle schielen zu müssen, sondern wieder den Ausbildungsgedanken mehr in den Fokus zu stellen. Weinfurtner ist aber auch Realist:"Entspannt wird das nicht. Wir haben sechs Spiele mehr, das ist physisch alleine schon etwas anderes. Und auch der Fußball ist dort mehr Herrenfußball, wenn man in Herne oder Ahlen beispielsweise antritt. So etwas müsse man lernen mit der Zeit und sich drauf einlassen.

Wie damals

Doch das ist erstmal Zukunftsmusik. Dass Öffnet internen Link im aktuellen Fensteram Sonntag gegen Hiltrup ausgerechnet im Preußen-Stadion der Aufstieg klargemacht wurde, war indes eine Wiederholung der Vergangenheit: Beim Aufstieg in die Verbandsliga in der Spielzeit 2008/09 war der Aufstieg ebenfalls auf dem heiligen Rasen eingetütet worden. Vielleicht wird das ja ein neuer Trend beim SCP....

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Westfalenliga 1



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2    FC Nordwalde 30    92:27 77  
3    SG Sendenhorst 31    91:28 77  
4    Germ. Hauenhorst 30    87:30 76  
5    VfL Billerbeck 30    88:28 71  

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