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Oberliga Westfalen - Doppelpass

Christian Hebbeler steht wieder in den Startlöchern und ist ab sofort für den FCE verantwortlich. Foto: Renger

Von Malle in den Abstiegskampf


von Fabian Renger

(03.11.23) Neun Tage Urlaub auf Mallorca liegen hinter Christian Hebbeler. Nicht am Ballermann, aus dem Alter dürfte der 37-Jährige dann doch wohl raus sein. Irgendwann klingelte in der Zeit sein Telefon. Uwe Laurenz, 1. Vorsitzender des FC Eintracht Rheine, war dran. Der war auf Trainersuche und rückte Hebbeler in den Fokus. Der gebürtige Hopstener nahm sich trotz Urlaub die Zeit und - das nennen wir dann mal Einsatz - raste nach der Heimkehr aus Spanien direkt vom Flughafen zum Rheiner Delsen. Das war vergangene Woche. Seit diesem Wochenbeginn ist er auch offiziell im Amt, am Dienstag leitete er das erste Training des Tabellenvorletzten.

"Für mich ist die Oberliga in Westfalen zwar noch Neuland, aber das macht mir nichts und ich bin nicht wahnsinnig nervös", sagt Hebbeler. "Am Ende des Tages ist mir wichtig, dass wir am 26.5. den Klassenerhalt feiern!" Das ist das, was zählt - nichts anderes. "Wir haben keine Zeit, einen lockeren Aufgalopp zu machen, nur weil neue Trainer da sind und gehen die Veranstaltung nicht als Spaß an. Wir brauchen auch keine elendig langen Videoanalysen über den Gegner in jeder Woche - wir brauchen erstmal unsere Basics. Die müssen wir beherrschen. Danach können wir ins Feintuning gehen..."

Vor seinem Debüt am Sonntag gegen den Tabellenzweiten vom ASC Dortmund sprach Hebbeler ausführlich mit uns.

Christian, willkommen zurück! Hast du deine Pause genossen?
Hebbeler: Ja, das war gar nicht so schlecht und durchaus auch mal Erholung pur.

Was hast du denn in dem Jahr gemacht? Eine Weltreise?
Hebbeler: Nö, so schlimm war's auch nicht. Einfach mal keine Termine unter der Woche zu haben und abends nicht auf dem Platz zu stehen, am Wochenende mal ins Stadion fahren, wenn ich Lust habe, oder sonst auch einfach mal nichts machen. Das war auch mal eine gute Erfahrung.

Damit ist jetzt aber Schluss.
Hebbeler: Das ist relativ spontan entstanden. Die Aufgabe und das Gesamtpaket beim FCE an sich ist zumindest reizvoll genug, um zu sagen: Ich steige wieder ein.

Wie darf ich mir das denn vorstellen: Wann hat dich der FCE denn erstmals kontaktiert?
Hebbeler: Ich kenne Uwe schon sehr, sehr lange - er war ja selbst Trainer beim FCE und wir haben damals diverse Testspiele gegeneinander vereinbart. Wir haben uns ausgetauscht, ich war aber im Urlaub und ein paar Tage musste man auf das persönliche Treffen warten.  Im Urlaub haben wir viel telefoniert, ich war gut vorbereitet und kenne viele der Jungs. Wir haben uns da erstmal locker ausgetauscht, wie ich die Situation sehe und wie der Club die Situation sieht.

Dann ging es aber schnell, oder?
Hebbeler: Ich bin am Donnerstagabend aus dem Flieger in Greven/Münster ausgestiegen und direkt nach Rheine gefahren. Dann haben wir nochmal persönlich gesprochen und es alle sacken lassen. An dem Wochenende haben wir uns schließlich dazu committed, dass ich es mache. Und dann ging es hinter den Kulissen auch darum, einen passenden Co-Trainer zu finden, das ist ja auch nicht immer so einfach innerhalb weniger Tage. Von daher bin ich sehr, sehr froh, dass wir da sind und David [Öffnet externen Link in neuem FensterPaulus, d. Red.] dabei ist. Die Truppe habe ich mir in Vreden am Sonntag angeschaut und bin am Dienstag ins Training eingestiegen.

David Paulus kenne ich gar nicht, nur vom Namen her ganz grob - er war mal in Gievenbeck...
Hebbeler: Genau, in der Gievenbecker Jugend, Preußen Münsters Jugend und dann in der Schalker Jugend. Danach ist David nach Hamburg gezogen mit seiner Frau und hat dort beim Öffnet externen Link in neuem FensterEimsbütteler TV im U17/U19-Bereich gearbeitet. Jetzt zieht er aber zurück in die Heimat und deswegen passte es ganz gut. Er hat auch schon richtig Bock auf die Aufgabe.

Wen aus dem Kader kennst du denn noch? Yakup Kilinc fällt mir da als erstes ein, oder war der nach deiner Zeit beim TuS?
Hebbeler (lacht): Ne, Yakup habe ich noch trainiert. Ich war ja nicht zehn Jahre raus, sondern nur ein Jahr und ein paar Monate. Luca Meyer kenne ich schon sehr, sehr lange, er ist ja Hopstener und ich komme selbst auch aus Hopsten. Ich habe damals diverse Male versucht, Luca zu seiner Studiumszeit von Hiltrup zu überzeugen. Auch Jungs wie Jule Hölscher oder Sören Wald mit Preußen-Vergangenheit sind mir sehr geläufig. Da hatte ich wenig Anlaufschwierigkeiten.

Wie fiel dein erster Eindruck aus?
Hebbeler: Ich hatte auf jeden Fall einen sehr, sehr positiven Eindruck von allen - in der Mannschaft sind feine Charaktere. Die ersten Einheiten waren auch gut, die Jungs ziehen voll mit und wissen, worum es geht. Aber wir haben auch ein paar Defizite, die wir aufholen müssen. Wir müssen von Woche zu Woche gucken, dass wir möglichst wenige von den Fehlern aus den letzten Wochen und Monaten machen. Man darf sicherlich in den Wochen bis Weihnachten keine Wunder erwarten - aber wir wissen, dass ein paar Spiele dabei sind, in denen es um viel geht. 

Worauf kommt es dann jetzt erstmal an?
Hebbeler: Erstmal ist es jetzt wichtig, dass wir eine gesunde und gute mentale Stärke an den Tag bringen, dass alle mit einem Lachen zum Training kommen und gerne hinfahren. Wenn wir das erstmal drin haben, kriegen wir auch ein paar Grundprinzipien rein. Und dann geht's um nichts anderes als um den Klassenerhalt.

Das sollte ja klar sein. Du hast Defizite angesprochen. Was meinst du da explizit? Nach vorne fehlt in diesem Jahr beispielsweise einiges - sechsmal blieb der FCE ohne eigenes Tor...
Hebbeler: Natürlich, Torchancen ist ein Punkt. Aber da geht ja alles mit einher. Die personelle Situation ist nicht herausragend. Ein paar Jungs, die ganz wichtig für die Mannschaft sind, fehlen verletzungsbedingt - teilweise auch schon seit Wochen und werden auch noch ein paar Wochen fehlen. 

Und überm Personal hinaus?
Hebbeler: Natürlich haben ein paar Jungs, die nicht so fleißig waren in den letzten Wochen und Monaten, auch Nachholbedarf, was den körperlichen Zustand betrifft. Sicherlich haben wir im taktischen Bereich auch einige Sachen, die wir nach unseren Vorstellungen angehen müssen. Da geht's nicht darum, zu sagen: Das eine ist schlecht, das andere ist gut. Wir müssen einfach gucken, dass wir die Dinge, die wir für unsere Spielidee brauchen, relativ schnell mit den Jungs erarbeitet bekommen. Dann bin ich sicher, dass wir im Kollektiv für Punkte in Frage kommen. Das wird auch Woche für die Woche die Zielsetzung sein.

Wo setzt ihr da gerade im taktischen Bereich denn konkret den Hebel an? Mit 33 Toren ist Rheines Abwehr die Schießbude der Liga.
Hebbeler: Kompatkheit wird ein Thema sein und dass wir es relativ schnell hinbekommen, die Räume zuzuschieben - da haben wir momentan große Lücken. Das ist eine der Hauptaufgaben, dass wir die Mannschaft stabil bekommen mit einer einheitlichen Idee, wie wir gegen den Ball arbeiten und verteidigen wollen. Das wird eine der großen Kernaufgaben sein und nicht innerhalb von einer oder zwei Trainingswochen einfach so sitzen - das ist ein Prozess. Trotzdem wollen wir es dem Gegner Woche für Woche so schwer wie möglich machen, gegen uns zu spielen.

Aktuell fehlen mit Luca Meyer und Gino Lago-Bentrom zwei Anführer und vorne wird Junior Kone vermisst, von dem man sich am Delsen viele Tore verspricht. Das tut weh. "Und man hat vor der Saison sicherlich auch den einen oder anderen Spieler verloren, der schon ein paar Spiele in dieser Spielklasse auf dem Buckel hatte", sagt Hebbeler. Einen Neuzugang hat er freilich noch nicht zu verkünden. "Dass wir die Augen und Ohren für die Winterpause offen halten müssen, ist aber ja gar keine Frage. Das werden wir auch. Aber wir haben auch einen aktuellen Kader. Da sind mit Sicherheit auch ein paar Jungs dabei, die vielleicht unter ihren Möglichkeiten gespielt haben. Das müssen wir jetzt provozieren, dass die Jungs ihr Leistungsvermögen abrufen oder zumindest wöchentlich zulegen. Dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir irgendwann Punkte holen werden."

Das Programm zum Start ist knackig. Jetzt kommt der Tabellenzweite ASC Dortmund, danach stehen mit den Duellen mit Brünninghausen und Wattenscheid zwei Duelle mit direkten Konkurrenten an...
Hebbeler: Sicherlich stehen wir ein bisschen unter Druck, keine Frage, aber auf der anderen Seite ist es auch eine Riesen-Chance. Ich glaube, dass uns relativ wenige Leute etwas gegen den ASC Dortmund zutrauen. Von daher haben wir da gar nichts zu verlieren. Trotzdem wollen wir ein gutes Spiel machen und möglichst schon Verbesserungen ins Spiel reinbekommen. Danach kommen die beiden Spiele, wo man etwas Zählbares holen muss und will.

Hebbelers Vita als Trainer in Kurzform

Neuland ist die Oberliga für Hebbeler übrigens nicht generell, in Niedersachsen war er mal ein Jahr lang Sportleiter des TuS Bersenbrück. Der entschied sich seinerzeit trotz der Meisterschaft gegen den Aufstieg in die Regionalliga und Hebbeler machte den Abflug. Bis zum Sommer 2022 coachte Hebbeler drei Jahre den TuS Hiltrup in der Westfalenliga. Früher war er vier Jahre für Preußen Lengerich tätig (2013 bis 2017) - die Preußen brachte er von der Kreisliga A in die Landesliga.



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4    VfL Billerbeck 19    48:18 46  
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