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Westfalenliga 1

Kürsat Özmen (l.) hält sich aktuell in Mesum fit.

"Kurt" wartet auf die Reamateurisierung


von Fabian Renger

(27.10.23) Scrabble-Fans, vereinigt euch! Wir haben einen neuen Begriff für euch, mit dem ihr den nächsten Spieleabend ganz sicher für euch entscheidet: Die Reamateurisierung.  Habt ihr noch nie was von gehört? Wir auch nicht. Kürsat Özmen hingegen schon. Der 25-Jährige tauchte neulich in der Aufstellung des SV Mesum auf. Der SVM testete Öffnet externen Link in neuem Fensteram Dienstagabend gegen den FC Eintracht Rheine. 1:1 lautete das Endresultat, das sportlich jetzt nicht gerade höchst interessant ist. Aber dass Özmen in der Mesumer Aufstellung stand, das weckte dann schon unsere Neugierde.

Schließlich Öffnet externen Link in neuem Fensterist Özmen ein Kaliber. Zuletzt kickte er den für türkischen Drittligisten Malatya Arguvan Spor Kulübü (schöner, einfach zu merkender Name, oder?!). Özmen hatte dort einen Profivertrag, er war hauptberuflicher Fußballer. Das wird gleich noch wichtig. Im Februar diesen Jahres ereignete sich dann jedoch Öffnet externen Link in neuem Fensterdas schlimme Erdbeben in der Türkei mit zigtausenden Toten. Auch Özmens Wohnort - die Stadt Malatya - war davon betroffen. Özmen wurde von seinem Verein freigestellt und floh seinerzeit nach Deutschland. Emsdetten ist seine Heimatstadt, dort spielte er in der Jugend für Borussia und Emsdetten 05. Auch für den FCE war Özmen als Junior am Ball. Als Senior spielte er vier Jahre für Preußen Münster II, 2018 war er bester Torschütze bei den Stadtis. Der Mittelstürmer hat was auf dem Kasten. In Emsdetten arbeitet und lebt er derzeit, erst hielt er sich nach seiner Rückkehr in Gievenbeck fit - und jetzt ist er eben im Mesumer Hassenbrock.

Spitzname aus der Truppe

"Er gehört zum Kader, trainiert mit, macht einen guten Job, hat sich schnell in die Gruppe integriert - das läuft alles super", erzählt Mesums Coach Marcel "Cello" Langenstroer. Er bezeichnet Özmen als "die Fackel vom Bospurus", seine Mannschaft hat sich sogar noch etwas Besseres ausgedacht. "Unsere Jungs nennen ihn Kurt", grinst Langenstroer. Kürsat = Kurt, irgendwie naheliegend...

Die ganze Geschichte ist schön und gut. Seit August trainiert "Kurt" Özmen bereits im Hassenbrock mit. Aber die ganze Geschichte hat halt auch einen fetten Haken. "Er hat seinen Vertrag in der Türkei aufgelöst, eigentlich müsste er spielberechtigt sein, weil er sechs Monate kein Spiel gemacht hat. Das Problem: Er war Vertragsspieler", erläutert Langenstroer. "Das Ding ist daher: Kürsat muss erstmal Öffnet externen Link in neuem Fensterreamateurisiert werden."

Wat muss er? Ja, da haben wir auch gedacht. Kurz gesagt: Wenn du vorher als Profi gemeldet warst und irgendwo als Profi unter Vertrag standest, kannst du offensichtlich nicht ohne Weiteres als Amateur irgendwo kicken. "Offiziell ist er ab dem 1. Januar 2024 für uns in Pflichtspielen spielberechtigt", so Langenstroer. Weil sein Vertrag in der Türkei wohl Ende Juni endete. Für Testspiele ist Özmen immerhin jetzt schon freigegeben. Die Passstelle in Duisburg des WDFV ist eingeschaltet, selbst der DFB ist irgendwie involviert, hat wohl auch mit späten Ab/Anmeldedaten zutun und und und. Beziehungsstatus kompliziert. Eine selten seltsame Nummer.

Langenstroer: "Wir riskieren erstmal nichts"

"Das ist alles total schwammig und wir riskieren erstmal nichts, bis wir kein klares Zeichen kriegen", sagt der Trainer. Heißt: Özmen trainiert weiter regelmäßig wie ein vollwertiges Kadermitglied mit. Darf aber halt sonntags noch nicht ran. Ob er dann in der Rückrunde auch weiter an Bord bleibt und unterschreibt? Abwarten. Vielleicht kommt ja ein höherklassiger Verein und zeigt ebenfalls Interesse. Auch wenn für Özmen nach einer so langen Spielpause sicherlich erstmal Spielpraxis wichtiger sein dürfte als die Ligazugehörigkeit. 

Bedarf hätte der SVM aktuell tatsächlich im vorderen Bereich (Christian Biermann hat aufgrund seiner Handverletzung wohl Winterpause), aber eigentlich drückt der Schuh langfristig gesehen vielmehr im hinteren Bereich. Tobias Guthardt hat sich aus beruflichen Gründen in den Bereich Hamburg verabschiedet. Der Fokus des SVM liegt daher perspektivisch im Winter eher auf der Defensive. Das weiß Özmen auch. Einerseits. Andererseits ist auch Langenstroer bewusst, dass er mit "Kurt" eine Waffe für den Angriff hat. Alles kann, nichts muss. Und immerhin wissen wir jetzt, dass es den Begriff der Reamateurisierung gibt. 



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