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Spieler fragen, Heimspiel antwortet: Schmerzbewältigung nach einem Foul


von Malte Greshake

(19.06.18) Jeder Amateurfußballer wird die Szene nur zu gut kennen: Der eigene Spielmacher in neongrünen Schuhen wurde erneut rüde vom beinharten Sergio-Ramos-Verschnitt des Gegners umgeflext. Nun wälzt sich der 10er, der vor Jahren natürlich in der Oberliga gespielt hat, mit schmerzverzerrten Gesicht auf dem Rasen, klopft mit der flachen Hand mehrfach auf den Boden und jammert, als wenn ihm sämtliche Knochen und Bänder um die Ohren geflogen wären. Während in einer solchen Situation die Zuschauer am Spielfeldrand die Köpfe schütteln und gelb für eine Schwalbe fordern, stellen sich unsere aufgeweckten Leser die einzig wichtigen Fragen.

Henrik fragt sich nämlich: Trägt dieses energische Klopfen mit der Hand oder ein Stampfen mit dem Fuß nach einem Schlag auf den Knöchel irgendetwas zur Schmerzbewältigung bei? Oder sind das einfach theatralische Gesten, die sich die Amateurkicker von den Profis in der Glotze abgeschaut haben. Kann es sogar sein, dass dieses Stampfen schlecht für die lädierten Gliedmaßen ist?

Heimspiel antwortet: Eine sehr gute Frage! Allerdings sitzen in der Heimspiel-Redaktion (nur) studierte Geisteswissenschaftler, die maximal eine Gedichtanalyse liefern können und keine Ahnung von irgendwelchen Vorgängen im Körper des Menschen besitzen. Aus diesem Grund müssen Personen mit der richtigen Expertise her!

Dr. Ulrich Frohberger ist in diesem Zusammenhang ein geeigneter Mann. Als Orthopäde und Sportmediziner in Münster sesshaft, ist er auch als Mannschafts- und Vereinsarzt des SC Münster 08 tätig und deshalb mit der Materie bestens vertraut. "Das Schlagen auf den Rasen ist eine reine emotionale Reaktion, die die Wut oder den Zorn des Spielers ableiten soll", erklärt Dr. Frohberger. "In diesem Fall ist es besser, wenn der Schlag den Boden trifft als möglicherweise den Schiedsrichter." Das werden die Unparteiischen des Münsterlandes wahrscheinlich ähnlich sehen.

Zum Stampfen hat der Sportmediziner ebenfalls eine klare Meinung: "Mit dieser eher unbewussten Reaktion versucht der Spieler zu ergründen, ob im Bewegungsapparat alles unverletzt ist. Aus meiner Sicht eine unnötige Marotte ohne Mehrwert." Prof. Dr. Horst Rieger, seines Zeichens u.a. Unfallchirurg am Clemens-Hospital und Mannschaftsarzt von Preußen Münster, bestätigt seinen Kollegen: "Sollte eine Stauchung erfolgt sein, kann das Stampfen nicht förderlich sein." 

Für beide Mediziner sei nach einem Schlag auf den Knöchel vor allem wichtig, schnell zu kühlen und vorsichtig aufzutreten. Den Schuh dürfe man niemals ausziehen, sind sich beide Ärzte einig. Falls die Treter unbedingt entfernt werden müssen, sei es unabdingbar, direkt einen Druckverband anzulegen: "Kälte hat nur ein Recht, wenn gleichzeitig Kompression herrscht. Sonst läuft nach der Kühlung weiteres Blut in die Verletzung. In der warmen Dusche nach dem Spiel hat man dann einen richtigen Flunken als Fuß!", so Dr. Frohberger weiter. Und das will ja auch wirklich keiner.



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