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Oberliga Westfalen/Westfalenliga 1 - Anschwitzen

Nick Rensing (l.) und Westfalia Kinderhaus müssen Konstanz in ihre Leistungen bringen. Nils Heubrock (r.) und der 1. FC Gievenbeck haben einen eigentlich guten Start hinter sich gebracht. Foto: Lehmann

Zwischen frühreif und ausbaufähig


von Fabian Renger

(21.09.23) Der September neigt sich dem Ende entgegen. Sechs Spieltage sind um. In der Westfalenliga 1 ist damit ein Fünftel der Saison um. In der Oberliga Westfalen quasi auch. Zeit für ein erstes Zwischenfazit.

Oberliga Westfalen

Die SF Lotte führen die Tabelle an. Na gut: Vier Teams haben dieselbe Punktzahl. Aber der Start des Topfavoriten vom Autobahnkreuz war erwartbar. Selbst auswärts holten die SFL zuletzt ja auch drei Zähler. Es wird, es wird. Weniger erwartbar: Preußen Münster II ist nach dem erneuten wie traditionellen Totalumbruch im Sommer bereits erstaunlich frühreif. Bestes Beispiel dafür war die Partie in Vreden. Derzeit ist das Team von Kieran Schulze-Marmeling Fünfter und als einzige Mannschaft noch ungeschlagen. Ebenfalls unerwartet stark begann der 1. FC Gievenbeck, der zeitweise ja sogar das Tableau anführte. Die ersten zehn Zähler nimmt den 49ers niemand mehr. Ein gutes Polster. Allerdings sollten sie aufpassen, dass sich das Blatt jetzt nicht wendet. Gegen Schermbeck überzeugten die Männer von Flo Reckels kürzlich, spielte die wohl beste erste Halbzeit der Saison - und holten nachher nichts. Das kennt man aus dem Abstiegskampf: Große Leistung, nichts dahinter...

Weiter unten reihen sich die SpVgg Vreden (Platz 13, fünf Zähler) und der FCE Rheine (Platz 17, drei Punkte) ein. Vreden hat erst neun Tore kassiert, das ist eigentlich ein akzeptabler Wert. Allerdings fällt es der SpVgg schwer, sich zu belohnen. Sechs eigene Buden sind viel zu wenig. SpVgg-Coach Engin Yavuzaslan berichtete nach der Pleite gegen Preußen Münster einnmal mehr davon, dass es schwer würde und seine Elf sich kräftig wehren muss in dieser Spielzeit. Was beim FCE genau schief läuft, ist derweil schwer zu sagen. Noch kein Sieg, bereits 18 Einschläge. Die drei Remis belegen, dass die Eintracht meist gut mithält. Aber das reicht in den seltensten Fällen - vor allem hinten ist Rheine zu anfällig...

Westfalenliga 1

Mesum ist Tabellenführer und noch ungeschlagen. Selbst Last-Minute-Punkte werden geholt wie zuletzt in Espelkamp. Hätte ich dem SVM nicht so zugetraut - zumindest nicht in der Güteklasse. GW Nottuln (Platz 4, zwölf Punkte) überzeugt in der Saison mit Spielfreude, die Stimmung stimmt, die Balance (14:6-Tore) zwischen Offensive und Defensive ebenfalls meistens. Kinderhaus (Platz 7, zehn Punkte) hat auch in dieser Saison eine der qualitativ wohl hochwertigsten Truppen, muss das nur mal dauerhaft abrufen. Gegen Hamm stand erstmals in der Saison mal die Null. Ein Schritt in konstantere Zeiten? Bei Borussia Emsdetten (12/Sieben Punkte) und beim TuS Hiltrup (11/Acht Zähler) muss man den Start wohl als ausbaufähig bezeichnen. Wenn überhaupt...

Anschwitzen, 7. Spieltag

SF Lotte - SpVgg Vreden (Sa.,18 Uhr)
Samstag, Freitag, Samstag, Freitag, Samstag und jetzt wieder Samstag: Uns würde gerne mal interessieren, warum die SF Lotte in jeder Woche ihre Ligaspiele vorziehen. Herrscht in Lotte Sonntags-Spielverbot, muss man sonst irgendwem Sonntagszuschlag bezahlen? Andererseits: Unter Flutlicht im ehemaligen Drittliga-Stadion an einem Samstagabend zu spielen, es gibt sicher Schlimmeres. Und in der Bundesliga spielen zeitgleich eh nur Werder Bremen und der 1. FC Köln. Wer will das schon sehen?
Heimspiel-Tipp: Lotte bleibt 'ne Heimmacht. Auch das vierte Heimspiel der Saison und das elfte in Serie gewinnen die Sportfreunde. 3:1. Vreden gelingt in Schlussphase nur noch der Ehrentreffer.

Preußen Münster II - ASC Dortmund (So., 15 Uhr)
Drei Gegentore treffen auf drei Gegentore - anders ausgedrückt: Die beiden besten Abwehrreihen treffen aufeinander. Bei den Dortmundern hat hinten Keeper Joshua Mroß das Sagen. „Jeder ist sich bewusst, für den anderen einzustehen. Das geht ganz vorne bei Maxi (Podehl, d. Red.) los und hört bei mir auf. Wir spielen gerade sehr geordnet, jeder ist sehr diszipliniert“, Öffnet externen Link in neuem Fensterlobt er seine Mitspieler vom ASC in einem Artikel der RuhrNachrichten. Im Sommer kam er rüber vom Dortmunder Rivalen aus Bövinghausen, beim ASC in Aplerbeck ist's jetzt ruhiger. Ein Vorteil. Auf das Topspiel (Dritter vs. Fünfter) freut sich Mroß. „Letztes Jahr war das die beste Mannschaft, da waren sie sehr strukturiert und haben sehr guten Fußball gespielt“, sagt er über die Münsteraner. Man müsse am Sonntag mutig agieren.
Heimspiel-Tipp: Münster besteht den nächsten Härtetest mit Bravour. 3:1.

Victoria Clarholz - FCE Rheine (So., 15 Uhr)
Auf das Spektakel gegen Rhynern hätte die Eintracht ruhig verzichten können. Das 4:4 ging auf keine Kuhhaut mehr, die Rheinenser verspielten gleich drei Führungen. Bereits zum vierten Mal in der Saison hagelte es drei oder mehr Gegentore. Hinten sind die Eintracht'ler also sehr spendierfreudig, nur Finnentrop (20) kassierte mehr Gegentore als die Eintracht (18). Rheines Trainer Rainer Sobiech sagte nachher den bedeutenden Satz: "Man kann sich nicht darauf verlassen, dass man immer vier Tore schießt. Man muss auch mal die Null halten." Mehr ist nicht zu sagen. Der Vorletzte aus Rheine (drei Punkte) würde mit einem Sieg am Drittletzen aus Clarholz (Vier) vorbeiziehen.
Heimspiel-Tipp: Die Null steht, die Leistung passt, Rheine jubelt den ersten Saisonsieg. 0:2. [Ich tippe jetzt solange auf den FCE, bis es mal funktioniert]

TuS Ennepetal - 1. FC Gievenbeck (So., 15.30 Uhr)
Beim TuS Ennepetal muss man in diesen Tagen einmal mehr über Nils "Nette" Nettersheim sprechen. Der ist 33 Jahre jung und Stürmer. Die Kollegen der 'WestfalenPost' (WP) haben Öffnet externen Link in neuem Fenstereinen schönen Text über ihn verfasst.[Paywall] Darin wird der Frage nachgegangen, ob Nettersheim ein Auslaufmodell sei. Nicht fit genug sei er, er würde zu viele Chancen verballern, würde es heißen. „Das schmunzle ich einfach weg, in meinem Alter lasse ich das nicht mehr an mich ran“, sagt er den Kollegen. "Ich laufe zum Beispiel nicht die meisten Kilometer auf dem Feld, aber oft die richtigen." 235 Oberliga-Spiele (185 für den TuS) sind es bisher gewesen. Sein Coach Sebastian Westerhoff sagt der WP: „Er ist jetzt keiner, der zwei Verteidigern wegläuft, dafür haben wir aber aktuell auch niemanden im Kader, der so gut Bälle behaupten und mehrere Gegenspieler beschäftigen kann." Zuletzt traf Nettersheim dreimal in zwei Partien. 
Heimspiel-Tipp: Nettersheim trifft nicht. Der Achte aus Gievenbeck gewinnt und springt am Siebten aus Ennepetal vorbei. 0:1

Westfalenliga 1

Delbrücker SC - GW Nottuln (So., 15 Uhr)
Bemerkenswert. Nach sechs Spielen ist der DSC noch ungeschlagen, hat aber schon viermal Remis gespielt. Am vergangenen Sonntag gelang dem Oberliga-Absteiger ein 5:0-Erfolg in Bockum-Hövel, am Mittwoch bezwang Delbrück den glorreichen SV Blau-Weiß Etteln (Kreisliga A Paderborn) im Kreispokal mit 6:0. In den vergangenen drei Pflichtspielen stand jetzt sogar schon die Null. Und noch etwas Auffälliges: Für die elf Tore in der Liga und Pokal waren neun verschiedene Torschützen zuständig. GWN-Coach Jens Niehues wird sich was einfallen müssen...
Heimspiel-Tipp: 1:1. Unentschieden kann Delbrück einfach.

RW Maaslingen - Borussia Emsdetten (So., 15 Uhr)
In Maaslingen sagen sich Fuchs und Henne 'Gute Nacht': Maaslingen hatte Ende 2022 sagenhafte 455 Einwohner und ist ein Ortsteil der Stadt Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke). Mit dem Auto sind's anderthalb Stunden via A1. Ich war noch nie in Maaslingen, aber die Anlage soll idyllisch gelegen sein mitten im Nirgendwo. Öffnet externen Link in neuem FensterEin Blick bei Google Street View bestätigt das: Gegenüber liegt offenbar ein Bauenhof, ansonsten viel Grün und Wald. Fußball wird dort auch ganz schön guter gespielt, Maaslingen ist Zweiter. Auf'm Land is' dat Leben noch in Ordnung.
Heimspiel-Tipp: 2:2. Achtungserfolg für die Borussen, die aber nicht wissen, wie sie das geschafft haben.

Westfalia Kinderhaus - Preußen Espelkamp (So., 15 Uhr)
Zehn der 15 Saisontore erzielte Kinderhaus bislang im zweiten Abschnitt. Allerdings kassierte Kinderhaus auch acht der elf Kirschen nach dem Seitenwechsel. Das Mesum-Spiel zieht die letzte Statistik zwar etwas runter, dennoch: Es reicht eigentlich, bei Westfalias Partien erst zum zweiten Abschnitt zu erscheinen. Da passiert eh das meiste.
Heimspiel-Tipp: Ich hätte Statistik studieren sollen bei solchen messerscharfen Analysen. Halbzeitstand: 0:0. Endstand: 3:1.

SV Mesum - SC Peckeloh (So., 15 Uhr)
Nur bei Partien des Vorletzten 1. FC Nieheim (29 Tore) fallen mehr Tore als bei Spielen des Tabellenführers aus Mesum (28). Und damit freuen wir uns auf das Kontrastprogramm des Wochenendes: Denn bei den Spielen des Tabellenfünften aus Peckeloh fielen bisher die wenigsten Tore in der gesamten Liga. Die Tordifferenz lautet 6:4. Das war in der Vorsaison aber auch schon so: Da bei Peckelohs Partien die wenigsten Buden überhaupt. In 28 Spielen waren es nur 74, also 2,64 Tore im Schnitt. Das ist nix.
Heimspiel-Tipp: Peckeloh geht früh mit in Führung und bringt den Vorsprung irgendwie über die Zeit. 0:1. Mesums erste Saisonniederlage.

SC Verl II - TuS Hiltrup (So., 15 Uhr)
Die Partie wird geleitet von Referee Henry Schröder (VFL Hiddesen/Kreis Detmold), Öffnet externen Link in neuem Fensterder Ende Juli noch 19 Jahre jung war und als Linenrichter bereits in der Regionalliga und als Schiedsrichter in Oberliga unterwegs ist. Merkt euch diesen Namen! In der Oberliga zückte er in seinen drei Saisoneinsätzen stabile 19 Gelbe Karten. Darunter war u.a. das Spiel zwischen dem TuS Bövinghausen und der SG Wattenscheid. Es gibt sicherlich leichtere Partien zu leiten. Auf dem Verler Kunstrasen im Schatten der 3.-Liga-Arena wird er zumindest befreit sein von großartigen äußeren Einflüssen. Die Atmosphäre soll eine ganz besondere sein.
Heimspiel-Tipp: 1:0. 



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Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SV Mauritz 06 30    129:28 83  
2    FC Nordwalde 30    92:27 77  
3    SG Sendenhorst 31    91:28 77  
4    Germ. Hauenhorst 30    87:30 76  
5    VfL Billerbeck 30    88:28 71  

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