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Landesliga 2

1980 bei den Olympischen Spielen in Moskau war er dabei; mehrfacher ungarischer Meister - und jetzt kehrt Alpár Jegenyés zurück zu Jan-Philipp Kortenbrede (M.), Max Krause (r.) und dem TV Friesen Telgte. kl. Foto: Nadja Dreismann / gr. Foto: Teipel

Jegenyés: Junger Gott der alten Schule


Von Andreas Teipel

(28.01.20) Telgtes neuer Trainer ist ein Unikat. Soviel wird gleich im ersten Satz deutlich. Ironie und Schlagfertigkeit sind ihm offenbar in die DNA geschrieben. Wie alt er denn wohl sei? "Ab und zu bin ich 19, ab und zu 99", antwortet er auf diese eher technische Hintergrundfrage. Sein wahres Alter weiß ich deshalb aber immer noch nicht. Und wie alt hat er sich nach der knappen 30:31-Niederlage in Kattenvenne gefühlt? "Wie ein junger Gott!" Alpár Jegenyés, der selbst schon zahlreiche auch internationale Titel in der Vita stehen hat, gab am vergangenen Sonntag sein Debüt auf der Trainerbank des TV Friesen Telgte, nachdem in der Woche zuvor Björn Hartwig um die Auflösung seines Vertrags gebeten hatte. Für die Mannschaft wird sich von nun an gewiss einiges ändern, denn während Hartwig noch am Anfang seiner Trainerkarriere steht, kommt Jegenyés als "Trainer der alten Schule" daher. So jedenfalls charakterisiert ihn sein Chef beim TV Emsdetten, Daniel Kubes, für den der gebürtige Ungar als Torwarttrainer in der 2. Bundesliga tätig ist.

"Alte Schule" bedeutet aber nicht, dass jetzt die eiserne Faust der Medizinbällen das Training in Telgte regieren wird, auch wenn die "Muckibude" sicher auch zum Teil der Arbeit des 61-Jährigen (ätsch, rausgefunden) gehören wird. "Alte Schule" bedeutet viel eher, "dass er unheimlich viel erlebt hat. Er ist immer ehrlich und gerade heraus. Das hat mir als Spieler immer sehr gut getan", so Kubes. Telgtes Training hat Jegenyés erst einmal geleitet. "Ich erwarte, dass jeder ackert und kämpft und mit Spaß Handball spielt", so sein Credo. Und wenn mal ein Spieler einen Fehler macht, dann ist es aus seiner Sicht kein Beinbruch. Wenn aber die Mannschaft diesen Fehler dann nicht ausbügelt, könnte es sein, dass Jegenyés rethorische Ader schwillt. Das Spiel in Kattenvenne aber "hat mit Spaß gemacht."

Der Ungar und Gastronom aus Emsdetten hatte Telgte bekanntlich schon von 2010 bis 2015 unter seinen Fittichen, war 2013 mit Telgte sogar in die Verbandsliga aufgestiegen. Aus dieser Zeit ist ihm auch noch fast der halbe Kader bekannt: Max Krause, Jan-Simon Tenholt, Jan-Philipp Kortenbrede, Philipp Dichtler oder Nils Flothkötter hatte er da alle schon trainiert. Er muss sich also nicht mit Kennenlernspielchen einfinden. Diese Übung hat er Hartwig natürlich voraus. Beide eint, dass sie den Fans in der Halle schnellen und attraktiven Handball präsentieren wollen. Dazu sieht Jegenyés vor, verschiedene Deckungsvarianten einzustudieren. In Kattenvenne agierte die Mannschaft mit einem 5:1. 31 Gegentreffer sind zwar happig, doch zeichnete sich die Mannschaft in der Vergangenheit ja auch immer viel mehr durch eine deutlich höhere Quote im Angriff aus. Diese war von durchschnittlich 29,5 Toren pro Spiel in der Saison 2018/19 auf 27,5 gesunken. Hartwig war es nicht gelungen, diesen Knoten zu lösen, jetzt soll es Jegenyés eben versuchen.

Und seine Trainertätigkeit für den TV Emsdetten? Bislang hatten Jegenyés und Kubes noch keine Gelegenheit zu sprechen. Kubes war als Trainer der teschechischen Nationalmannschaft bei der WM für solche Themen nicht wirklich erreichbar. Doch das wird wahrscheinlich morgen schon nachgeholt, "aber ich werde Daniel genauso weiterhelfen wie zuvor", so der 19-99-Jährige. 



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