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Oberliga Westfalen

"Ich war auch sehr überrascht"


von Fabian Renger

(14.12.21) Wir mussten uns auch erstmal kneifen, als wir das gehört haben. Am Sonntagabend teilte uns Cihan Tasdelen nach dem Heimspiel gegen die SF Siegen mit, dass es das für ihn gewesen ist. Nach einem Jahr im Amt - einem halben davon im Spielbetrieb - hört er aus beruflichen Gründen als Chefcoach des FC Eintracht Rheine auf. Bereits am Abend wurde klar: Sein bisheriger Co Rainer Sobiech rückt an die erste Stelle. "Rainer ist die naheliegendste, aber auch die beste Lösung", betont FCE-Sportleiter Björn Meyer. "Rainer und Cihan haben sich gemeinsam etwas aufgebaut. Die haben die selbe Spielidee. Ja, Rainer war die beste Option."

Sobiech beginnt direkt ohne Bewährungszeit. Die Zusammenarbeit ist mindestens für eineinhalb Jahre ausgelegt. Also auch für die neue Saison 2022/23. "Wir sind uns in der Sache sehr sicher. Und dann gibt man ihm auch das volle Vertrauen. Rumgeeier war nicht angebracht", sagt Meyer.

Verlängerung war mit beiden angedacht

Eigentlich hatte der Funktionär mit Tasdelen und Sobiech in der bisherigen Konstellation auch in der neuen Saison weiterarbeiten wollen. Sportlich lief's: Platz zehn in der Oberliga ist aufgrund vieler Verletzungsprobleme erklärbar und okay, das Kreispokal-Halbfinale ist, das Westfalenpokal-Viertelfinale wurde erreicht. "Auch für uns kam Cihans Entscheidung überraschend", sagt Meyer. "Die Planung war eine andere. Cihan hat tolle Arbeit gemacht, aber seinen Entschluss musste man jetzt respektieren. Er ist ein Fachmann, aber eben auch ein toller Kerl. Man kann nur Danke sagen! Er hat die Weichen gestellt." Aus Tasdelen findet seine Nachfolgelösung pro Sobiech ordentlich: "Das ist die richtige Entscheidung. Wir haben als Team sehr gut funktioniert, wir waren auf einer Wellenlänge und Rainer kennt die Spielphilosophie gut."

Doch genug ÜBER Sobiech gesprochen. Wird Zeit, jetzt auch mal MIT ihm zu sprechen. Vorab: Sobiech ist 43 Jahre jung, war zwischen 2016 und Dezember 2020 Coach des FC Schüttorf und vorher drei Jahre bereits U19-Trainer des FCE. Er kennt den Verein also schon länger. Sobiech ist ist Inhaber der B+-Lizenz (vorher DFB-Elite-Jugend-Lizenz) Und damit zum Interview. (runterscrollen)

Rainer Sobiech (l.) ist künftig Chefcoach und übernimmt von Cihan Tasdelen (r.). Foto: Renger

Rainer, hast du dich jetzt schon an den neuen Titel 'Cheftrainer des FC Eintracht Rheine' gewöhnt?
Sobiech: Das ist ja erstmal nur ein Wort - Cheftrainer. Ich weiß nicht, ob man sich daran gewöhnen muss. Die Aufgaben sind halt jetzt andere. Das ist klar. Mein Telefon hat gestern und heute natürlich häufiger geklingelt. Nachrichten mit irgendwelchen Glückwünschen oder Dinge, die man anzugehen hat. Das kommt für mich aber nicht überraschend.

Glückwünsche, glaube ich. Aber wahrscheinlich gab's keine Beileidsbekundungen nach dem Motto 'Was tust du dir da jetzt an?'?
Sobiech: Das gab's nicht. Eigentlich nur Zuspruch von allen Seiten. Ich hatte für mich persönlich die Entscheidung aber auch vorher getroffen: Egal, was passiert, mir gefällt das so gut beim FCE, dass ich auf jeden Fall weitermachen wollen würde. In welcher Konstellation auch immer. Dass sich die Ereignisse so überschlagen haben, war nicht planbar und auch bis zu einem gewissen Zeitpunkt nicht abzusehen. Es ist aber auch nicht das erste Mal im Fußball. Was trotzdem schade ist, weil Cihan und ich gut zusammengearbeitet haben.

Du wärst nicht nur die naheliegendste, sondern auch die beste Lösung, hat Björn Meyer zu mir gesagt. Das ist ja ein großes Lob.
Sobiech: Björn Meyer ist ein weiser Mann. (lacht)

Wie überraschend kam der Entschluss von Cihan für dich? Für Außenstehende kam das doch sehr überraschend. Mir sind Sonntagabend die Kinnladen runtergekippt.
Sobiech: Ich war auch sehr überrascht, als ich das von Cihan gehört habe. Ich find's schade für ihn, dass er den Schritt so gehen musste.

Cihan hat gesagt, ihr hättet als Team sehr gut funktioniert und wärt auf einer Wellenlänge gewesen. Es dürfte sich für die Mannschaft ja nicht so viel ändern und ein nathloser Übergang sein. Abgesehen von der etwas anderen Ansprache.
Sobiech: Ich hab das total gerne mit Cihan gemacht, wir haben uns sehr gut ergänzt. Cihan ist ein toller Trainer, ich konnte mir eine Menge abschauen, wir haben beide voneinander profitiert. Wir haben es im ersten halben Jahr gut hinbekommen. Es ist schade und der tägliche Kontakt wird mir auch ein stückweit fehlen, weil ich mich gerne mit ihm ausgetauscht habe - nicht nur über Fußball. Er ist einfach ein toller Typ.

Was musst du denn als Cheftrainer jetzt besser oder anders machen zur Rückrunde? Also sportlich. Ich würde ja sagen: Ihr braucht mehr Konstanz und müsstet ein paar mehr Spiele, die ihr gewinnen könntet, auch dann wirklich mal gewinnen. Da wurde viel liegen gelassen. Was war deine erste Diagnose der Hinrunde?
Sobiech:  Wir werden das  in einer ruhigeren Phase analysieren, was in den letzten Monaten gelaufen ist. Man darf ja auch nie außer Acht lassen, dass man zwischendurch sehr intensive Phasen hatte mit etlichen Englischen Wochen, die kräfteraubend waren. Hinten raus hatten wir sicherlich auch den einen oder Verletzten dabei, der uns auf dem Feld besser zu Gesicht gestanden hätte. Das werden wir im Detail anschauen müssen, um die richtigen Schlüsse fürs neue Jahr zu ziehen.

Wo ihr sportlich landen wollt nach den restlichen sechs Spielen der Hinrunde, das muss ich ja nicht fragen. Ohne Zweifel unter die ersten Zehn vermutlich.
Sobiech: Ja. Ich gehe davon aus, dass dir diese Frage jeder Trainer gleich beantworten würde. (lacht)

War in den letzten zwei Tagen auch ein potenzieller Co-Trainer am Telefon?
Sobiech: Gespräche laufen.

Und einen Torwarttrainer sucht ihr ja auch noch.
Sobiech: Auch da laufen Gespräche.

Bislang teilten sich Sobiech und Tasdelen die seit Saisonbeginn vakanter Torwarttrainer-Position wechselweise auf. "Das ist natürlich nicht mit dem vergleichbar, was ein langjähriger Torwarttrainer leisten könnte", soll und darf das für Sobiech natürlich kein Dauerzustand sein.

Aktuell ist Trainingspause. Anfang Januar geht's los. Testspiele sind derzeit noch gar keine bei fussball.de eingetragen. Was auch damit zusammenhängt, dass das für Ende November geplante Heimspiel gegen die TSG Sprockhövel noch nicht neu terminiert wurde. Laut Plan soll es am 20. Februar in Vreden mit dem nächsten Liga-Spieltag weitergehen. Das Sprockhövel-Match dürfte im Normalfall vorher angesetzt werden.  "Einen Test gegen Spelle-Venhaus haben wir bereits fixiert, das wird am 29.1. stattfinden. Dann haben wir noch Hiltrup, Neuenkirchen, Preußen als Gegner - das soll möglichst noch im Januar stattfinden. Da warten wir aber jetzt auf die Sprockhövel-Terminierung", so Sobiech.

Hättest du denn eigentlich damals gedacht, dass du ein paar Jahre nach deiner U19-Trainertätigkeit (bis 2016) die Oberliga-Mannschaft übernimmst?
Sobiech: Ich hab mir damals keinen detaillierten Plan zurechtgelegt. Danach war ich bei meinem Heimatverein in Schüttorf tätig, was auch nicht selbstverständlich war. Dann führte der Weg zurück zum FCE, was damals mich damals auch sehr gefreut hat. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich ein Jahr später hauptverantwortlich bin.

Oberliga Westfalen



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