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Os veo pronto, Juan Casanova (li.) y Centro Español! In der kommenden Saison möchte der traditionsreiche Verein wieder angreifen allerdings in der C-Liga.

Alle in einem Boot – Teil 2/2


Von Luca Adolph

(07.12.22) Marokko hat Spanien aus dem Turnier gefegt. Damit sagt "La Furia Roja" Katar auch auf Wiedersehen. Für Centro Español ist das allerdings nicht das größte Problem: Denn die Mannschaft von Felipe da Costa wird man in der B-Liga nicht mehr spielen sehen! Zuversichtlich gingen die Hiltruper in die Saison. Nach dem Aus von Stefan Thoma verstärkten sie sich mit Coach da Costa auf dem Trainerposten. Und verbesserten mit Spielern vom aufgelösten Portu Münster noch ihre lückenhafte Kadersituation. Aufgrund von Verletzungsproblemen setzte das Team nun aber gegen die Reserve vom VfL Wolbeck ein zweites Mal aus. Einen dritten Strike wird es sich nicht mehr erlauben: Für Centro ist die Abmeldung vom Spielbetrieb fester Beschluss.

"Das wird ein bunter Haufen. Ich bin mir sicher: Wir kommen noch stärker wieder", fieberte Abteilungsleiter Juan Casanova damals der gerade laufenden Spielzeit entgegen. Ob er wusste, dass das 55. Vereinsjahr von Centro ein folgenschweres wird? Sicher nicht. Dementsprechend getroffen ist er, glaubt jedoch daran, dass es mit der Zeit wieder wird: "Wir werden uns ab sofort abmelden, aber hoffen und werden alles daran setzen, nächstes Jahr als Absteiger in der C-Liga teilzunehmen. Die Mannschaft geht nicht auseinander. Wir bleiben immer noch Münsters ältestes ausländisches Team."

Dank an den Verband

Centros 25-mannstarken Kader hat es schwer erwischt. Beim 0:5 gegen Polonia Münster schleppten sich teils Verletzte ins Spiel. Zu zehnt bestritten die Hiltruper die Partie und beschlossen danach, den direkten Gang in die C-Liga zu gehen. "Das ist einfach Pech bei uns und hat sich schon durch die Vorbereitung gezogen. Persönlich möchte ich mich bei dem Verband bedanken. Norbert Krevert hat wirklich alles versucht, um uns in der Liga zu halten. Er und die Ausrichter vom 1. FC Gievenbeck haben uns gebeten, an den Stadtis teilzunehmen. Dafür werden wir alles versuchen und hoffen, dass es was wird", bleibt Casanova positiv.

Kreisvorsitzender Krevert habe in regelmäßigem Kontakt mit Centro-Obfrau Kathi Strub mehrere Lösungswege skizziert. Pflichtfreundschaftspiele mit Aussicht auf den Ligaverbleib wurden beispielsweise diskutiert. Da es aber auf lange Sicht personell bei den Hiltrupern nicht besser wird, ist für diese Spielzeit erstmal Schicht. "Wir sind sämtliche Optionen durchgegangen, aber es hat leider nicht geklappt. Centro ist ein sehr traditionsreicher Verein und ich erinnere mich daran, dass sie schon mal ein schwieriges Jahr hatten. Sie machen seit Jahrzehnten einen tollen Job und ich kann nur hoffen, dass sie erneut zurückkommen", sagt Krevert.

Der Preis ist teuer

Tja, liebe A-Ligisten damit haben wir nun den Salat. Mit der traurigen Abmeldung stellt der Kreis erstmal nur noch einen festen Aufsteiger. Zumindest solange die anderen Kreise keine größeren Verluste melden. Für diese Saison sind den höchsten Spielklassen Münsters zwei Aufstiegsplätze sicher. Was das gute Hare-Niemeyer-Verfahren betrifft, wird es danach aber bitter. Hier fällt der Kreis auf einen Wert von 1,5. Dabei zählt, wie viele Teams vier Spieltage vor Saisonende noch gemeldet sind. Stand jetzt steht in der Saison 23/24 also ein Entscheidungsspiel an, denn die anderen Kreise sind eben mannschaftsstärker. Die Meister der Kreisliga A1 und A2 kämpfen dann um den Einzug in die Bezirksliga. Der Verlierer bekäme noch eine Chance in der Relegation. Wir sitzen nunmal alle in einem Boot.

"Im Vorfeld haben wir alle Vereine darüber informiert und sind stets transparent mit der Situation umgegangen. Für die nächste Saison wirft uns das zurück", sagt der 52-jährige Krevert und richtet den Blick sofort wieder nach vorn: "So wie es aussieht, wird es bei unserer Zahl an Mannschaften bleiben. In den anderen Kreisen wird aber wohl noch was passieren. Ich hoffe, wir kommen bald zurück." Wenn der dicke Elefant aber schon mal im Raum steht, fragen wir doch glatt mal nach, was man dagegen machen kann, dass so viele Mannschaften aus den Wettbewerben verschwinden.

Es geht nur zusammen

Die Belastung durch einen eng getakteten Spielplan sei es laut Krevert schon mal nicht. Ausgenommen von der Kreisliga A1 haben sich die Spiele in den anderen Klassen nämlich nicht erhöht. Auffällig ist hingegen schon die Häufung von Verletzungen nach der Corona-Pause. Centro kostete das die Saison. Hier hat Krevert einen Punkt: "Wir haben die Erfahrung nicht gemacht, dass sich die Vereine über die Intensität beschweren. Zumal sie abgesehen von einer 17er Staffel nicht höher ist. Verletzungen resultieren oft daraus, dass man nicht fit genug ist. Für mich ist das ein individuelles Problem."

Im ersten Artikel berichteten wir über den Klub Mladost und seinen Heimatverlust. Krevert gibt dahingehend Entwarnung und verrät, dass der Arnheimweg im April erneuert werden soll. Eine Saison gilt es daher für Mladost und den FC Münster zu überbrücken. Dann können sie auf ihrem Platz auch wieder kicken. Tom Feuerstackes Vergleich mit dem Preußen-Ausbau fand der Kreisvorstand nicht so ganz passend. Der Verband sei bemüht gewesen und hätte dem Klub mehrere Angebote gemacht. "Ich habe auch mal auf Asche gespielt und in Coerde können sie auf einem Kunstrasen trainieren. Außerdem hat die Politik, allen voran Philipp Hagemann, großes Interesse an den kleinen Vereinen. Fast alle Ascheplätze wurden umgebaut und jedes Jahr sind ein bis zwei neue Kunstrasenplätze dazugekommen. Anderswo ist das sicher nicht immer der Fall", stellt Krevert klar.

Jonas Heeke, Vereinsvorstand vom FC Münster 05, traf hingegen einen generellen Punkt: Er führte das Generationsproblem an, dass man mit der Jugend nicht mehr planen kann. Der Amateurbereich stünde deshalb vor einem Wandel, lautete Heekes These. Dem möchte der Kreis nun entgegenwirken und sich im Frühjahr zusammensetzen. Eine Analyse soll hierbei den Anfang machen. Gemeinsam mit den Vereinen möchte man das Problem dann an der Wurzel packen. Schließlich könne es nicht sein, dass so viele Fußballer verloren gehen und das obwohl der Jugendbereich so gut aufgestellt ist. Der Verband liefert also Antworten und bleibt an der Sache dran. Klar ist dennoch, vieles kann er nur mit den Vereinen zusammen schaffen.

Norbert Krevert spricht Tacheles über die Möglichkeiten, das Vereinssterben im Kreis Münster aufzuhalten.

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Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SV Mauritz 06 30    129:28 83  
2    FC Nordwalde 30    92:27 77  
3    SG Sendenhorst 31    91:28 77  
4    Germ. Hauenhorst 30    87:30 76  
5    VfL Billerbeck 30    88:28 71  

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