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Westfalenpokal

Er hatte seine Szenen: Tristan Niemann (r.) ackerte wie hier gegen Marcus Piossek, belohnte sich aber nicht mit einem Tor. Glücklicherweise entpuppte sich seine Knieverletzung gegen Ende der Partie als nicht so dramatisch wie befürchtet.
Verteilte Rollen im Mittelfeld: Hier hat Luca Wulfert die Ballkontrolle.

Unerwünschte Schulterklopfer


Von Mario Lacroix

(02.09.17) Wenn der unterklassige Gegner in einem Pokalwettbewerb trotz starker Leistung ausscheidet, dann greift in der Regel ein Mechanismus. Der Trainer der unterlegenen Mannschaft erklärt gegenüber der Presse, wie stolz er auf seine Mannschaft sei. Beim 1. FC Gievenbeck sind sie aus einem anderen Holz geschnitzt. "Wir müssen uns jetzt die Schulterklopfer abholen, die keiner will", stöhnte Benjamin Heeke nach der 0:2 (0:0)-Niederlage im Westfalenpokal gegen die Sportfreunde Lotte.

Heeke stöhnte aus gutem Grund: Der FCG hatte in den 90 Minuten gegen den Drittligisten mehr Torchancen als in den zurückliegenden 270 Minuten in der Westfalenliga. Und Lotte machte im ersten Durchgang gar kein schlechtes Spiel, hatte zunächst die Spielkontrolle inne, sah sich nach gut 20 Minuten aber einem ebenbürtigen Gegner gegenüber. "Wir haben ein paar Schritte zu wenig gemacht und sie damit ins Spiel geholt", meinte Lotte-Coach Marc Fascher. "Dann haben sie drei Torchancen, nutzen sie nicht und du bist als Trainer froh, dass du in der Kabine neu justieren kannst."

Keil trifft den Pfosten

Die Schwankungen der Lotter Defensive setzten sich zunächst fort. Gievenbecks Tristan Niemann sah die Lücke von halbrechts kommend, ging couragiert durch und scheiterte an der Fußabwehr von David Buchholz (46.). Drei Minuten später ging ein Raunen durch den mit nur 580 zahlenden Zuschauern besetzten Sportpark: Max Natrup sah den links durchstartenden Janes Niehoff. Der legte zurück auf Christian Keil, Schuss - Außenpfosten! Nochmal eine Zeigerumdrehung später hatte Luca Wulfert nur noch Wieso vor sich, seine Hereingabe war allerdings einen Tick zu kurz (50.).

Die Belohnung des Underdogs blieb aus, obwohl Gievenbecks Team das Momentum noch einmal auf seiner Seite hatte. Keeper Eschhaus wehrte zweimal stark ab, ehe der dritte Versuch Lottes im Netz zappelte, wegen einer Abseitsstellung aber keine Anerkennung fand (51.). Ausgerechnet Eschhaus patzte wenig später entscheidend. Er stürmte gegen Hamadi Al Ghaddioui übermotiviert aus seinem Reich, Lottes Nummer 18 flankte von links und Max Wegner köpfte die Gäste in Führung (59.).

Starkes FCG-Duo

"Wir hätten es dann eher entscheiden müssen", fand Fascher. Tatsächlich ging sein Team etwas leichtfertig mit den Gegenangriffen um. Auf der anderen Seite waren die FCG-Innenverteidiger Maxi Franke und Constantin Rieger einfach bockstark. Sie hielten den Laden zusammen, sodass ein, zwei Szenen sogar für den Ausgleich gut gewesen wären. Allerdings verletzte sich Niemann beim letzten nennenswerten Abschluss der Heimmannschaft, zum Glück aber nicht so schwer, wie es zunächst aussah (85.).

Überpünktlich pfiff Schiri Philip Holzenkämpfer ab - ohne Nachspielzeit. Zum Anlass hatte er das 2:0 durch Jaroslaw Lindner genommen (90.). Dieser Treffer bescherte Lotte die nächste Runde gegen Eintracht Rheine oder SV Rödinghausen.

FCG: Eschhaus - Heubrock, Rieger, Franke, Natrup - Lauretta, Geisler - Wulfert (76. Gerick), Keil (57. Stegt), Niehoff - Niemann (85. Canisius)
Tore: 0:1 Wegner (59.), 0:2 Lindner (90.)

Nach diesem Zweikampf zwischen Nils Heubrock und Marcus Piossek platzte Lottes Co-Trainer Andre Trulsen die Hutschnur. Insgesamt begegneten sich beide Teams auf fairem Niveau.

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