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Exaucé Andzouana (r.) spielte 2012 bis 2014 für den 1. FC Gievenbeck. Hier eine Szene aus dem Kreispokalspiel gegen die SG Sendenhorst.
"Exo" (l.) im Trikot der Preußen-Reserve - und mit einigen Muckis mehr am Körper.

"Immer zum perfekten Zeitpunkt verletzt"


Von Alex Piccin

(17.01.18) Der Weg zum Fußballprofi ist in der Regel steinig und weit. Diesen Traum hat Exaucé Andzouana noch nicht begraben, trotz diverser Rückschläge. Nach einer schweren Knieverletzung bastelt der Münsteraner an seinem Comeback und lässt sich immer wieder mal bei den alten Kollegen blicken.

Anfang 2012 kehrte er fußballerisch nach Stationen bei Fortuna Düsseldorf (U17) und RW Ahlen (U19) in die Domstadt zurück und schloss sich als A-Junior wieder dem SC Münster 08 an, spielte am Kanal sogleich in der ersten Mannschaft. In der folgenden Saison zog er Opens internal link in current windownicht ohne Nebengeräusche weiter zum 1. FC Gievenbeck, zwei Jahre später zur Preußen-Reserve, ehe er fußballerisch Münster den Rücken kehrte: "Ich möchte mich immer weiterentwickeln. In Münster war nur die Westfalenliga möglich." Preußens Profiteam war aufgrund seiner Knie-Malaisen keine Option.

Der 24-Jährige pflegt gerade zu den Gievenbeckern noch regen Kontakt, ist unter anderem gut mit Yasin Altun befreundet und guckt sich ihre Auftritte an: "Wenn wir samstags spielen und es passt, stehe ich sonntags beim FCG als Zuschauer am Platz." Auch sonst verfolgt er in den Medien, was seine Ex-Teams in Landes- und Westfalenliga so treiben.

"Hoffe, Gievenbeck steigt auf"

Beim direkten Duell zwischen dem Opens internal link in current windowFCG und den Adlerträgern war er Zaungast, hatte im Spitzenreiter den verdienten Sieger und die bessere Mannschaft gesehen: "Ich hoffe, dass die Gievenbecker auch aufsteigen. Sie zeigen einen guten Fußball und ein schönes Kombinationsspiel. Außerdem wäre es für Münster gut, ein Team in der Oberliga zu haben." Eine Rückkehr zu den 49ers oder zum SCP schließt Andzouana dennoch aus: "Mein Wunsch ist es, in der Regionalliga zu bleiben."

Internationale Erfahrung hat der Deutsch-Kongolese in der U20-Auswahl des zentralafrikanischen Staates gesammelt: "Das war eine interessante Zeit. Die gesamte Mannschaft kam aus Frankreich. Wir hatten gute Individualisten, taktisch war es aber ausbaufähig." Der Truppe von damals würde er heute gutes Oberliga-Niveau attestieren. Auf dem Weg zum Profi habe Andzouana die schulische Ausbildung vorgezogen, der Fußball sei in die zweite Reihe gerückt. 

Nachdem er 2015 Münster verlassen hat, ist er in den vergangenen Jahren gut herumgekommen. Ein halbes Jahr hat Andzouana am von unter anderem Thomas Hässler und Michael Oenning begleiteten Opens external link in new windowProjekt [wieder]entdeckt teilgenommen. Das Konzept ist, "als institutioneller zweiter Bildungsweg zum Fußballprofi (wieder)entdeckten Fußballtalenten, Quereinsteigern und Spätentwicklern mit gezielter Förderung eine neue Chance zum Fußballprofi zu geben". "Diese Zeit war sehr spannend und eine schöne Erfahrung und Bereicherung. Ich habe damals drei Stunden Fahrt auf mich genommen", blickt Andzouana zurück. 

"Seuchenvogel" Andzouana

Doch damals spielte ihm sein Ehrgeiz einen üblen Streich. In seiner Zeit bei Preußen erlitt er einen Innenbandriss und fing zu früh wieder mit dem Sport an. Ursprünglich wollte er bei einem Regionalligisten Fuß fassen, spielte auch beim SC Wiedenbrück vor. Doch "Exo" sollte erst einmal wieder richtig fit werden und zum Sommer würde man dann sehen. So schloss er sich im Januar 2016 dem TSV Marl-Hüls in der Oberliga an, kam da da in der Rückrunde aber nur auf Kurzeinsätze. "Wir haben in Marl-Hüls auf Kunstrasen gespielt und das war für mein Knie nicht gut", begründet er die geringen Einsatzzeiten.

In der Sommerpause 2016 heuert der Deutsch-Kongolese beim Ligakonkurrenten FC Gütersloh an, wurde gleich Stammspieler und sammelte zehn Torbeteiligungen. Als kurz vor Saisonschluss bei der Ostwestfalen der Rückzug der kompletten Fußballabteilung anstand, war Andzouanas Weg zu Westfalia Rhynern bereits vorgezeichnet. Schon im Winter hatte er aus Rhynern ein Angebot vorliegen. Als der Aufstieg der Truppe aus dem Süden Hamms in die Regionalliga feststand, sagte er zu: "In der Oberliga wäre ich beim FC Gütersloh geblieben."

Doch auch hier konnte er nicht wie erhofft durchstarten: In der letzten Woche der Vorbereitung riss ihm das Syndesmoseband. Im September kämpfte er sich in die Startelf, steuerte zwei Tore bei, ehe ihm das Schicksal erneut einen üblen Streich spielte: Im Testspiel gegen Gütersloh Mitte Dezember erlitt er einen Kreuzbandriss - Saisonaus. "Das ist für uns eine mittelschwere Katastrophe", sagte Team-Manager Martin Schiffer gegenüber dem Westfälischen Anzeiger. "Ich war immer zum perfekten Zeitpunkt verletzt", ergänzt Andzouana schmunzelnd.

Trainerlaufbahn denkbar

Die Operation ist jetzt vier Wochen her und er kann bereits wieder ohne Krücken laufen. Eifrig bastelt der 24-Jährige an seinem Comeback, arbeitet neben der Physiotherapie selbst am Wiederaufbau des Gelenks. Er wird sich dieses Mal aber ausreichend Zeit lassen: "Ich peile den Juni oder Juli an, um wieder Fußball zu spielen."

Damit kann er Rhynern im Kampf um den Klassenerhalt nicht mehr helfen - zumindest nicht auf dem Platz. Stattdessen wird er sich mit Trainer Torsten Garbe kurzschließen: "Möglicherweise kann ich ihn im Training unterstützen." Irgendwann einen Job an der Linie zu übernehmen, kann sich der Ex-Junioren-Nationalspieler durchaus vorstellen. "Ich wollte mich zum B-Lizenz-Lehrgang anmelden, habe aber die Frist verpasst", sagt "Exo". Um die Schuhe an den Nagel zu hängen, wäre es ohnehin noch zu früh.

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Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SC Münster 08 II 17    59:11 49  
2    SV Bösensell 17    45:10 43  
3    TGK Tecklenburg 17    64:19 42  
4    Neuenkirchen II 17    65:23 39  
5    GW Gelmer 17    47:25 38  

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