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Landesliga 4

Julian Wiedenhöft sucht beim SV Herbern eine neue Herausforderung. Foto: Lehmann

Wiedenhöft: "Der Kopf hat gesiegt"


Von Christian Lehmann

(19.01.22) Im Mini Kicker-Alter trat Julian Wiedenhöft dem SC Münster 08 bei. Mit Ausnahme zweier kurzer Intermezzi (zwei Jahre bei Preußens U17, ein Jahr bei Wacker Mecklenbeck) hielt der heute 31-Jährige "seinem" Verein stets die Treue. Aktuell ist er im 17. Jahr Trainer am Kanal. Es wird das vorerst letzte sein. Am Montag informierte der Coach des Bezirksligisten Fußball-Abteilungsleiter Manfred Quebe darüber, dass er den Verein am Saisonende verlassen werde, am Dienstagabend wurde dann die Mannschaft in Kenntnis gesetzt. In der kommenden Spielzeit tritt Wiedenhöft dann die Nachfolge von Benny Siegert beim Landesligisten SV Herbern an. 

"Es war eine unfassbar geile und erfolgreiche Zeit. Ich glaube, ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass ich meinen Auftrag hier erfüllt habe", sagt Wiedenhöft. Der frühere Jugendtrainer hatte 2018 die zweite Mannschaft in einer der wohl schwersten Phasen der Abteilungsgeschichte übernommen. Die erste Mannschaft meldete sich alsbald vom Spielbetrieb in der Landesliga ab. Wiedenhöfts Truppe, die schon 2019 den Aufstieg in die Kreisliga A geschafft hatte, wurde ein Jahr später auch hier Meister, verzichtete aber auf das Aufstiegsrecht und übernahm den Platz der Ersten in der Bezirksliga. Gemeinsam mit Thomas Scheck, Jens Dietrich, Alexander Otte, Fabian Stiller und weiteren langjährigen Mitstreitern schaffte er es, einen "Scherbenhaufen" zu beseitigen und den Kahn am laufen zu halten. Auch wenn die Erste aktuell auf einem Abstiegsplatz in der Bezirksliga steht, ist die sportliche Entwicklung unter Wiedenhöft also positiv.

Abschieds-Gedanken schon vor einem Jahr

Der Coach räumt ein, schon vor einem Jahr, als er schließlich seine Zusage gab, bereits mit Abschieds-Gedanken kokettiert zu haben. "Damals hat das Herz noch gesiegt, auch wenn die Rahmenbedingungen schon nicht mehr zu 100 Prozent gestimmt haben. Über die Feiertage bin ich dann nochmal in mich gegangen - und der Kopf hat gesiegt." Wiedenhöft lässt durchblicken, dass er sich von Vereinsseite etwas mehr Unterstützung gewünscht hätte, ins Detail will er aus Respekt zu seinem Herzensverein nicht eingehen, vielmehr hebt er heraus, wie sehr ihn die Strukturen bei seinem neuen Verein in Herbern beeindruckt haben. "Wir hatten dort während meiner Zeit als Spieler immer richtig geile Duelle, die Atmosphäre im Stadion ist super. Die Mannschaft hat riesiges Potenzial und - wie Nullacht natürlich auch - das Zeug dazu, die Klasse zu halten."

Als Tabellen-13. der Landesliga 4 schweben die Herberner noch in Abstiegsgefahr. Wiedenhöft würde auch im Falle des Abstiegs kommen ("Wenn man sein Wort gibt, dann steht man auch dazu"), ist aber vom Ligaverbleib der Mannschaft überzeugt. Bis zum Saisonende wolle er aber sein letztes Hemd für Nullacht geben. Auch wenn an der Manfred-von-Richthofen-Straße ein Umbruch ansteht - neben einem neuen Trainer wird derzeit unter anderem auch ein Sportlicher Leiter gesucht -, sieht er nicht schwarz. "Ich glaube, das ist auch eine Chance für den Verein, sich ohne mich neu aufzustellen." Auch wenn Wiedenhöft in den vergangenen Monaten immer wieder hatte durchblicken lassen, dass sein Verbleib alles andere als sicher sei, traf den Verein seine finale Entscheidung nun doch hart. "Ich hätte Julian gerne weiter bei Nullacht gesehen, aber wir müssen mit seiner Entscheidung leben", sagte Abteilungsleiter Manfred Quebe den Kollegen der Westfälischen Nachrichten. Einen potenziellen Nachfolger hat er noch nicht an der Hand.

Eigentlich gar nicht auf dem Zettel

In Herbern, wo Wiedenhöft im Sommer mit Joe Breloh auf einen ehemaligen Jugendspieler von ihm trifft, freut man sich derweil, eine gute Lösung für das Siegert-Erbe gefunden zu haben. Am Donnerstag soll der künftige Coach im Rahmen des Freundschaftsspiels gegen Westfalia Kinderhaus vorgestellt werden. Die Gespräche mit SVH-Geschäftsführer Dominik Reher, der gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Ludger Staar den Deal einfädelte, fanden auf dem kurzen Dienstweg statt - sowohl Reher als auch Wiedenhöft wohnen in Münster. "Nachdem Benny uns mitgeteilt hatten, dass er nicht weitermachen möchte, hatten wir die üblichen Verdächtigen auf dem Zettel. Julian stand - um ehrlich zu sein - gar nicht ganz oben auf der Liste, weil wir davon ausgegangen sind, dass er bei Nullacht zu tief verwurzelt ist. Bei den Gesprächen hat es dann aber absolut gepasst. Manchmal hilft es, wenn man einfach mal fragt. Julian ist ein junger und ambitionierter, aber schon sehr erfahrener Trainer - diese Kombination haben wir gesucht."

Der Kader des Landesligisten wird sich in der kommenden Saison zwangsläufig verändern. In der Winterpause sind der Ex-Nullachter Jonas Grütering und Julian Trapp (USA-Rückkehr) zum Team gestoßen, sie sollen mit ihrer Erfahrung dabei helfen, die Klasse zu halten. Trapp, der künftig in Bochum studiert, schließt sich nach der Saison dem Kevin Großkreutz-Klub TuS Bövinghausen an, auch Luis Krampe, und Sebastian Schütte haben bereits ihren Abschied angekündigt. Bei der Kaderplanung setzen die Verantwortlichen auch auf das gute Netzwerk Wiedenhöfts. Zunächst liegt der Fokus aber auf dem Kampf gegen den Abstieg. Reher: "Wir sind davon überzeugt, dass wir eine gute Vorbereitung auf die Beine stellen und eine erfolgreiche Rückrunde spielen können."

Landesliga 4



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