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Doppelpass: Kreisliga A

Flamur Zeqiri (r.) blickt auf eine starke Saison in Ladbergen zurück.

"Wir wussten, dass wir die Qualität haben"


Von Fabian Renger

(17.06.22) Flamur Zeqiri ist schon ein kleines Phänomen. In der Hinrunde gelangen dem 29-jährigen Knipser des VfL Ladbergen, der vor der Saison zurückgekehrt war an die Königsbrücke, ganze vier Buden. In der Abstiegsrunde mutierte er schließlich zur Lebensversicherung des VfL, er traf weitere 19-mal. 23 Tore in 24 Einsätzen in der gesamten Saison. Aber diese Leistungsexplosion bedarf einer gesonderten Betrachtung. Wie hat er das gemacht? Hat er sich was eingeschmissen an verbotenen Substanzen im Rahmen der Abstiegsrunde?

Naja, ganz platt formuliert lag es an der richtigen Rückennummer. Denn im zweiten Spiel der Abstiegsrunde gegen die SF Lotte bekam er seine Wunschnummer '7'. Und prompt traf er viermal. Gegen Dickenberg eine Woche war's wieder ein Dreier-, danach in Laggenbeck immerhin ein Doppelpack. Er schoss die Tornetze also prompt in steter Regelmäßigkeit kaputt. Eine töfte Formkurve gen Himmel.

Aber die hatte auch der VfL in petto. Nach der Vorrunde war der VfL 14. und stand damit auf dem letzten Nichtabstiegsplatz. In der Abstiegsrunde gewannen die Ladbergener sieben ihrer neun Partien, holten 41 Zähler, wurden quasi Abstiegsrunden-Meister. 44 Tore bedeuteten die beste Offensive, 14 die sicherste Abwehrarbeit. Trainer Stefan Kilfitt scheint wohl nicht nur Zeqiri auf links gedreht zu haben. Wir haben uns mal mit dem Torjäger unterhalten.

Jetzt muss ich erstmal direkt fragen: Wird Zeciri mit q oder mit c geschrieben?
Zeqiri: Q

Also Zeqiri mit q. Merken wir uns. Kommen wir zum spannenderen Thema: 19 Tore auf einmal in der Abstiegsrunde, insgesamt waren es 23. Das bedarf einer Erklärung.
Zeqiri: Ich war am Anfang der Saison nicht fit. Ich habe in der Zeit auch weniger gespielt als in der Rückrunde. Dann hatte ich noch eine Weiterbildung, für die ich lernen musste und ich so drei Wochen nicht trainieren konnte. Zum Ende hin hatte ich immer mehr Vertrauen vom Trainer, sodass es immer besser geklappt hat mit den Toren.

Also lief es dann von alleine quasi?
Zeqiri: Ich wurde halt fitter, habe mehr trainiert und war durchgehend beim Training. Und so wurde ich immer öfter eingesetzt.

Was heißt, du warst nicht fit: Warst du verletzt oder war's der Corona-Speck?
Zeqiri: Ich hab davor ja in Lengerich gespielt, hab mir damals die Schulter ausgekugelt und habe da einige Zeit lang nicht gespielt. Dann kam Corona, ich war selbst infiziert und konnte wieder wochenlang nichts machen.

Das merkt man dann natürlich...Was hat es eigentlich mit der Nummer '7' auf sich? Du wolltest sie immer haben, bekamst sie dann und triffst direkt viermal und danach wie am Fließband? Gibt es einen Zusammenhang?
Zeqiri: Ich spiele gerne mit der Nummer '7'. Ich hab vor der Saison gesagt: Wenn ich wieder komme, möchte ich die Nummer '7' haben. Aber die war vergeben an einen anderen Spieler. Der hat zu mir gesagt: Wenn du dreimal triffst, kriegst du die Nummer. An dem Tag beim Spiel gegen Lotte hat er nicht mitgespielt. Da hat Stefan mich gefragt, ob ich die '7' jetzt haben will. Da hab ich ich ihm über WhatsApp geschrieben: Wenn ich die '7' kriege, bin ich kaum zu bremsen. Dann kamen halt vier Tore gegen Lotte...

Und dann durftest du die Nummer auch behalten...interessanter Deal! Warum die '7'? Ist das Aberglauben?
Zeqiri:  Nein, nein, ich spiele einfach gerne mit der '7'.

Wer spielte vorher damit?
Zeqiri: Patrick Kötter.

Hat er dir dann aber nicht krumm genommen, dass du die bekommen hast?
Zeqiri: Ich hab die in der Rückrunde komplett getragen, in der neuen Saison bekommt er die wieder und gebe ihm sie freiwillig wieder ab.

Wird dann deine Torquote auch wieder schlechter?
Zeqiri (lacht): Das sehen wir dann...

Auf jeden Fall ist das bemerkenswert. Aber auch, wie ihr als Mannschaft durch die Abstiegsrunde gekommen seid und euch da souverän durchgesetzt habt. Ihr hattet ja eine der schwächeren Ausgangssituationen.
Zeqiri: Wir haben an uns geglaubt und wussten, dass wir die Qualität haben. Wir hatten mit Simon Richter einen Spieler, der eigentlich viel höher spielen könnte und in jedem Spiel den Unterschied machen könnte und oft gemacht habt. Dazu andere Spieler wie Fabian Rahmeier hinten oder  Timon Will, mit denen man höher spielen könnte als nur in der Abstiegsrunde. Wir haben unsere Elf gefunden, die so dann konstant zusammengespielt hat und waren sehr eingespielt.

Auffällig: Für Tore wart ihr immer gut. Bis auf in zwei Spielen habt ihr in jedem Spiel der Spielzeit ein Tor gemacht, auch "nur" viermal selbst die Null gehalten. Gewinnt euer Trainer also lieber mit 7:5 statt mit 1:0?
Zeqiri: Das kriegen wir in jedem Spiel zu hören, dass wir lieber 7:5 gewinnen sollen. Er ist schon ein Trainer, der offensiv denkt

Und dann hattet ihr in Abstiegsrunde plötzlich gemeinsam mit Lienen die beste Defensive.
Zeqiri: Manchmal hat die Abstimmung zwischen Angriff und Defensive nicht gepasst. Das wurde aber später besser. Von ganz vorne bis hinten zur Innenverteidigung um Fabian Rahmeier oder Leon Dürbaum - es haben sich einfach alle gefangen. 

Eine krasse Entwicklung auf jeden Fall.
Zeqiri: Ja, aber da müssen wir nur in der nächsten Saison dran anknüpfen.

Einfacher wird's aber nicht.
Zeqiri: Ich glaube, es wird noch schwieriger als im letzten Jahr. Wir müssen hart trainieren und an uns glauben, dann können wir aber jede Mannschaft schlagen. Gegen Riesenbeck haben wir zum Beispiel bis zur 85. Minute 4:1 geführt und nachher 4:4 gespielt.

Abschließend: Was für eine Rückennummer kriegst du in der neuen Saison?
Zeqiri: Die '22'.

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