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Philipp Hölscher haut nach nur einer Saison in den Sack bei der ISV-Reserve. Wir haben ihn gefragt, warum.

"An Lehrgeld hat's nicht gehapert"


Von Fabian Renger

(06.04.20) Es sind ruhige Zeiten angesagt für Philipp Hölscher. Der Trainer der ISV-Reserve hat Pause. Auf dem Platz passiert gerade bekanntlich nicht so viel, auch in seinem Beruf ist einiges anders seit kurzer Zeit. Hölscher ist Lehrer, aktuell sind ohnehin Osterferien. Jetzt heißt es: Ausspannen. Dass er nochmal wieder raus darf mit seiner Mannschaft, glaubt Hölscher nicht. Vielleicht im Juni zum trainieren - aber nicht mehr zur Punktejagd. "Wenn's darum geht, die Regeln zu lockern, ist die Kreisliga A auch relativ weit hinten in der Kette", erklärt der Coach. Dass die Saison später im Zwei-Tages-Rhytmus und mit pausenlosen Englischen Wochen beendet wird, davon geht er auch nicht aus. "Da sind die Körper der Kreisliga A-Spieler auch nicht für gemacht..."

Seinen Jungs gab er indes wohl Tipps mit auf den Weg, wie sie sich fithalten können. Aber nichts Verpflichtendes. Lohnt nicht. In den entsprechenden Gruppen herrscht auch Ebbe. "Es erlebt ja auch kaum jemand was", weiß Hölscher. Damit es ihm nicht zu langweilig wird, haben wir ihn mit Fragen gelöchert. Schließlich haut er im Sommer nach nur einer Spielzeit schon wieder in den Sack bei der ISV-Zweitvertretung. Er wird wie vorher wieder Co-Trainer unter Heiko Becker in der Bezirksliga, Steffen Büchter übernimmt für ihn. Da besteht Erklärungsbedarf: War die sportliche Ausbeute (Platz 13, 14 Zähler) so mies, oder woran liegt's?

Heimspiel: Du wirst wieder Co-Trainer der Ersten. Nach nur einer Spielzeit kehrst du zurück auf deinen alten Posten. Hat das berufliche Gründe? Oder hattest du einfach keine Lust mehr auf die Arbeit mit deinem Bruder Oliver?
Philipp Hölscher (lacht): Ne, daran lag's nicht. Mit meinem Bruder ist alles okay. Zeitlich passt es ein bisschen besser. Da ich von der Schule im Aufbau bin und wir in die Oberstufe starten, da weiß man nicht genau, wie es abläuft nächstes Jahr. Dann war es einfach fairer dem Verein gegenüber, zu sagen: Ich mache als Co-Trainer weiter. Wenn es zeitlich enger ist, ist es dann nicht ganz so dramatisch.

Das hatte also nichts mit sportlichen Dingen zutun und du hast dir nicht gedacht "Oh Gott, wir stehen so tief da unten drin..."?
Hölscher: Nein. Die Liga ist stark, es war nicht total überraschend, dass wir etwas weiter unten stehen.

Nicht total überraschend, aber schon etwas überraschend, oder?
Hölscher: Dass wir so wenig Punkte haben, ist natürlich enttäuschend. Viele Dinge sind in der Hinrunde echt unglücklich gelaufen. Wenn man guckt, was wir für Eigentore geschossen haben. Das waren ja Traumtore teilweise. Und dann hatten wir ein bisschen Pech mit Verletzungen - bei einem Benny Basler oder Cedric Büchter zum Beispiel. In vielen Spielen hat man auch gesehen, dass wir eine junge Mannschaft sind. Da haben wir einige Punkte verschenkt. Also an Lehrgeld hat's nicht gehapert in der Hinrunde.

Ihr hattet wirklich so viele Eigentore?
Hölscher: Ich glaube, wir sind mittlerweile bei vier.

Boah. Das habt ihr aber nicht im Training geübt, nehme ich an...
Hölscher: Das eine aus über 20 Metern per Außenrist in den Winkel...das wäre schön, wenn wir das üben könnten. Also für uns. (lacht)

Wer hat das nochmal geschossen?
Hölscher: Nico Gütt. Das war das 1:2 gegen Saerbeck.

Gibt's davon ein Video?
Hölscher: Leider nicht. Sonst wäre das schon irgendwo Kacktor der Woche geworden.

Schade. Aber jetzt kannst du ja wieder drüber lachen?
Hölscher: Im Prinzip fing's ja am ersten Spieltag schon an. Da haben wir gegen Büren 4:3 geführt, dann das 4:4 durch ein Missverständnis: Der Abwehrspieler köpft über den Torwart. Und dann kriegen wir noch einen Konter zum 5:4, weil wir unbedingt gewinnen wollen. Das war eigentlich am ersten Spieltag schon das Spiegelbild der Hinrunde.

Da waren aber auch sonst einige unglückliche Spiele dabei.
Hölscher: Genau. Gegen Dickenberg bekommen wir mit der letzten Aktion den Ausgleich, in Lienen führen wir zur 85. mit 1:0 und verlieren noch 1:2. Gerade in diesen wichtigen Duellen haben wir Punkte gelassen.

Hat dir aber trotzdem Spaß gemacht, oder?
Hölscher: Ja, die Jungs wollten ja auch und waren im Training gut dabei. Wir haben ja in vielen Spielen auch vernünftigen Fußball gespielt. Es war ja nicht so, dass wir komplett auseinander fallen. Zumindest gegen die direkten Konkurrenten haben wir eigentlich gezeigt, dass wir ein bisschen mehr können. Wenn ich mir nur die Hinspiele gegen Esch und Ladbergen ansehe. Gegen Ladbergen haben wir zu Halbzeit 4:0 geführt. Wenn der Druck nicht da oder der Gegner nicht ganz so gut war, haben wir es ganz gut auf den Platz gebracht. Aber gegen andere Gegner wie Halen oder so lassen wir uns auf einen offenen Schlagabtausch ein - und dann sind viele Mannschaften einfach zu gut.

Wart ihr vielleicht manchmal zu grün hinter den Ohren?
Hölscher: Mit Sicherheit. Wir sind ja auch die Nummer eins der Fairnesstabelle. Was ich grundsätzlich gut finde. Aber wir haben auch manchmal taktische Fouls wie zum Beispiel ein Trikotziehen im richtigen Moment verpasst, was andere vielleicht cleverer machen.

Also wart ihr ab und an zu brav?
Hölscher: Ja. Ich finde es ja gut, wenn man nicht rumschreit oder sich wie Neymar herum rollt. Aber wenn ich mich an ein Foul gegen Dörenthe erinnere - da steht's 1:0 zu dem Zeitpunkt - und jemand tritt Finn Werpers grätschend von hinten in die Beine. Andere machen da mehr von - er steht auf und es gibt nur Gelb. Eine gute Eigenschaft, aber das machen andere Gegner durchaus besser...

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