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Ein Mann, den so gut wie jeder kennt und schätzt: Manfred Pollee

Highlights aus unserem Heft - Dezember-Ausgabe

Immer nah dran an Spielern und Ball ist er ebenfalls.

Manni, der Schiedsrichter


Von Christian Lehmann 

(aus unserer Dezember-AusgabeAmisia Rheine. Für Manfred Pollee ist eines klar: „Wenn ich irgendwann mal zu einem Spiel komme und die Leute sagen: ‚Och nee, der schon wieder‘, dann höre ich auf.“ Zum Glück wird das so schnell nicht passieren. Denn der inzwischen im 33. Jahr aktive Schiedsrichter von Amisia Rheine, den viele Spieler einfach nur „Manni“ nennen, gehört zu Rheines beliebtesten Referees. 

Wenn bei einem Spiel unter der Leitung Pollees, das dann stets in der Kreisliga B oder C, einem Torwart eine tolle Parade gelingt, hört man vom Referee oft: „Klasse Leistung, Schnapper!“ Viele Spieler kennt Pollee persönlich, duzen ist normal. 

„Ich pfeife gerne in der B- und C-Liga. Die Jungs wissen, dass sie nicht so viel können“, sagt der 50-jährige Kaufmännische Angestellte bei KTR mit einem fetten Grinsen. Pollee, der sich selbst eher als Straßenfußballer bezeichnet und über die Rolle des Ergänzungsspielers bei Amisia III nicht hinauskam („Ich war nicht so gut, dass ich eine Karriere hätte anstreben können.“), sieht sich auf Augenhöhe mit den Spielern, will Hilfestellungen geben. „Mir fehlt bei einigen Schiedsrichtern die Erklärung, warum sie bestimmte Dinge pfeifen. Man muss auch nicht gleich immer sofort Karten zücken. Manchmal reicht einfach auch ein Blick.“

Bei den Aktiven kommt das gut an. FCE III-Trainer Johann Benner lernte Pollee als Spieler und Coach kennen, sagt: „Mit dem kommt man gut klar, er ist sehr gesprächig, verfällt nie in Hektik.“ Polle erklärt: „Man trifft sich ja in Rheine überall wieder, viele Spieler sind meine Arbeitskollegen. Da darf ich mir keine Fehler erlauben, sonst heißt es am Montagmorgen: ‚Mensch Manni, was hast Du da gestern für einen Sch... gepiffen?‘“

Duzen ist normal

Noch nie ist eine Beschwerde über ihn bei Kreis-Schiedsrichter-Obmann Jürgen Lütkehaus eingetroffen: „Er hat nie irgendwo Theater, kommt regelmäßig zu den Lehrabenden und bringt sich mit konstruktiven Beiträgen ein.“ Auch Lehrwart und Schiri-Kollege Jan Lohmann schätzt ihn als „angenehmen, sympathischen Menschen“. Für sein Engagement wurde Pollee in der letzten Saison vom Kreis-Schiedsrichterausschuss  mit einer Auszeichnung belohnt, die in der Regel nur höherklassig aktive Referees erhalten. Er wurde zum Schiedsrichter des Jahres gekürt. „Darüber war ich selber baff erstaunt“, so Pollee.


Zwei Spiele musste der Unparteiische in seiner Laufbahn abbrechen. Als beim B-Ligakick zwischen Mesum II und dem Skiclub in dieser Saison Land unter war, schickte er die Jungs wieder in die Kabinen. An den Abbruch der Partie Fortuna Emsdetten II gegen TIZ Steinfurt erinnert er sich nicht gern. „Da hat ein Fortunen-Spieler seinen türkischstämmigen Mitspieler mit einer unflätigen Bemerkung provoziert.“ Statt am Kirmeswochenende seinen Urlaub zu genießen, musste Pollee am nächsten Tag einen Sonderbericht für die Spruchkammersitzung schreiben. Auch das gehört zur Schiedsrichter-Arbeit.

Schiedsrichter des Jahres

Bei vielen Mitbürgern türkischer Herkunft ist Pollee besonders beliebt. Als Türk Rheine, Vorgängerverein von Ditib, wegen Schiedsrichtermangels der Zwangsabstieg drohte, wechselte er, auch aus Freundschaft zu Faruk Iflazoglu (Pollee:„Leider ist er viel zu früh verstorben.“) für einige Jahre den Klub. „Amisia hatte damals genug Schiedsricher“, sagt der Vater zweier Töchter, als spreche er über eine Selbstverständlichkeit.
Pollees Highlight war das Abschiedsspiel von Cousin und Amisen-Legende Georg Beermann. Bis 65 oder 70 wolle er noch weitermachen, kündigt er an. „Och nee, der schon wieder!“ wird bis dahin wohl niemand sagen.

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