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Im Beisein von (v.l.) Rainer Gründges (Ehrenamtsbeauftragter Kreis Münster), Norbert Reisener (Kreisvorsitzender), Irmi Venschott (Laudatorin von Borussia Münster) wurde Anne Trupp geehrt. Vom FLVW war der Landesehrenamtsbeauftragte Ulrich Jeromin nach Rinkerode gekommen. Foto: Krevert

Ausnahmsweise gerne im Mittelpunkt


Von Sebastian Ernst

(20.01.18) Eigentlich möchte Anne Trupp gar nicht so gerne im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Ihr ist es wichtiger, mit ihrer Arbeit den Frauenfußball in Münster voranzubringen. Für dieses Engagement hat sie nun den DFB-Ehrenamtspreis „Junge Fußballheldin“ verliehen bekommen. 

„Ehrungen sind nicht so meins“, sagt die Trainerin der U15-Juniorinnen-Westfalenauswahl. Stattdessen möchte sie lieber über Fußball reden. „Es macht mir super viel Spaß, mit Mädchen im Fußball zu arbeiten“, erzählt sie. „Da steckt eine Menge Potenzial drin. Ich würde mir wünschen, dass die Vereine da mehr investieren würden, weil sie auch etwas zurück kriegen.“

Mit dem Fußballfieber infiziert hat sich die 26-Jährige im Alter von vier Jahren in einem kleinen Dorf in der Nähe von Frankfurt. Am Anfang spielte sie, wie so viele fußballverrückte Mädchen, noch zusammen mit den Jungs, sorgte dann aber dafür, dass in dem kleinen hessischen Dorf eine erste Mädchenmannschaft gegründet wurde. „Weil ich so fußballbegeistert war, konnte ich meine Freundinnen dazu begeistern“, erinnert sich Trupp. Ihr Vater übernahm das Team als Trainer. „Wir waren ihm sehr dankbar, dass er uns trainiert hat“, sagt Trupp. „Das war auch mit ein Grund, warum ich Trainerin geworden bin.“

Auf dem Weg in die Trainertätigkeit spielte Irmi Venschott eine große Rolle. „Anne ist 2010 mit 19 Jahren nach Münster gekommen und hat einen neuen Verein gesucht", erzählt die damalige Trainerin von Borussia Münsters Damenmannschaft. Damals stand ein schmächtiges Mädchen im Münsteraner Novemberregen neben dem Sportplatz der Borussia und beobachtete das Training, blickt Venschott auf die erste Begegnung mit Trupp zurück. Das schmächtige Mädchen durfte mitspielen und fand in der Borussia ihren Münsteraner Herzensverein.

Herzensangelegenheit Borussia

Schnell findet Trupp Anschluss im Klub, läuft für die erste und zweite Damenmannschaft auf und übernimmt ab Sommer 2015 die U17-Juniorinnen als Trainerin. Dabei habe sie sich die Aufgabe zunächst gar nicht zugetraut. "Ich war damals erst 24 Jahre alt, also gar nicht so viel älter als die Spielerinnen", begründet sie. Aber mit der Unterstützung von Venschott, die Trupp heute als Fördererin bezeichnet, stellt sie sich der Herausforderung. Und das mit Erfolg.

Detlev Rasch, heute Damentrainer bei Borussia, hat früher die B-Juniorinnen vom SV Mauritz und vom Post SV gecoacht und kennt Trupp als Kontrahentin. “Sie hat ihre Mannschaften immer klasse weiterentwickelt”, lobt er. “Ihre Handschrift ist immer zu erkennen gewesen.” Er habe sie als angenehme Trainerkollegin erlebt, mit der er sich gerne gemessen habe.

Zusätzlich zu ihrem Engagement in der U17 bietet Trupp ein Schnuppertraining für Mädchen ab neun Jahren an und trainiert zeitweise auch die U11-Mädels. “Anne hat ihre ganze Zeit dem Verein geopfert”, sagt Venschott. Trupp engagiert sich gerne für die Borussia. "Der Klub ist von Jahr zu Jahr mehr zu meinem Zuhause geworden", sagt sie. "Die Borussia war eine wichtige Anlaufstelle und ist mit ein Grund, warum ich Münster so lieben gelernt habe."

Immer auf der Suche nach neuem Input

Daneben pfeift sie Jugendspiele und bringt sich im Vereinsleben ein. "Anne packt beim Verein an, organisiert Trainingscamps in den Ferien und hilft bei Vereinsfeiern", erzählt Venschott. “Ob das jetzt am Würstchengrill ist, oder anderswo.” Auch Rasch bescheinigt ihr “herausragendes Engagement im Verein.”

Als Trainerin ist sie immer auf der Suche nach neuen Impulsen. So besuchte sie ein Weiterbildungsprogramm mit dem Schwerpunkt soziale Kompetenz und bringt die neuen Erfahrungen aktiv in ihre Arbeit ein. "Anne fragt sich immer, wie man die Spielerinnen auf anderen Gebieten fördern kann”, sagt Venschott. Auch aus ihrer Ausbildung zur Sport- und Gymnastiklehrerin nimmt sie Inspiration mit für die Einheiten ihrer Teams.

Nachdem sich die U17 der Borussia aufgelöst hatte, holte Venschott Trupp im April 2017 als gleichberechtigte Kollegin in den Trainerstab der Kreisauswahl. "Wir teilen uns die Inhalte auf dem Platz”, beschriebt Venschott die Arbeitsweise des Duos. Die gebürtige Hessin ist dabei sowohl für die U13 als auch für die U15 verantwortlich. Die beiden fuhren auch direkt Erfolge ein, wurden 2017 prompt Westfalenmeister.

Trupp selbst geht in der Arbeit als Trainerin voll auf. "Es ist toll, zu sehen, wie man ein Team bilden kann und wie gut sich die Mädels verstehen", fasst sie zusammen, was ihr daran am besten gefällt. "Es ist toll, wie verschiedene Charaktere durch das Medium Fußball zusammenkommen."

"Das ist das I-Tüpfelchen"

Dass sie nun für ihr Engagement ausgezeichnet wird, freut Trupp, auch wenn ihr der ganze Rummel eigentlich etwas unangenehm ist. "Es ist schön, dass das Ehrenamt in irgendeiner Form gewürdigt wird", sagt sie. "Das ist das I-Tüpfelchen." Eigentlich reiche ihr aber das Feedback ihrer Spielerin als Würdigung aus.

Die vom DFB für die Preisträger ausgelobte Bildungsreise nach Spanien ist ihr daher auch viel wichtiger, als die Ehrung an sich. „Ich sehe die Reise als Chance, etwas neues dazuzulernen und das dann auch in die Vereine einzubringen“, so Trupp. „Ich glaube, wir können vom Wissen der anderen profitieren.“ Und um dem Frauenfußball in Münster etwas zurückzugeben, stellt sich Anne Trupp dann auch schon mal in den Mittelpunkt.

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