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Kreisliga A1 MS

Dennis Herrmann hat den SuS Ennigerloh von der Kreisliga B bis in die Bezirksliga geführt. Nun hat er ambitionierte Ziele mit dem SC Hoetmar.

Herrmann setzt auf Ballbesitz


von Alexander Eckrodt

(31.01.21) Dennis Herrmann hat ambitionierte Ziele. Fast seine gesamte fußballerische Laufbahn verbrachte er beim SuS Ennigerloh. Nur zweimal wechselte er für ein halbes Jahr den Verein, es zog ihn aber immer wieder zurück nach Ennigerloh. Er war Jugendtrainer und coachte später auch die erste Mannschaft mit großem Erfolg. Zu dieser Saison zog es Herrmann zum SC Hoetmar, wo er Ähnliches anstrebt. Dabei ist es ihm wichtig, selbst den Ball zu haben. 

Im Alter von sechs Jahre zog es Herrmann zum SuS Ennigerloh, wo er die gesamte Jugend durchlief. Von dort ging es für ihn direkt in den Kader der Ersten. Diese war gerade aus der Bezirksliga abgestiegen. Im ersten Jahr nach dem Abstieg blieb der Kader fast gleich. Daher spielte Herrmann ab und an in der Zweiten mit. Im folgenden Jahr wechselten viele Spieler der Ersten den Verein. "Ennigerloh wollte dann kein Geld mehr zahlen", erklärt Herrmann, der nun zum Stammpersonal der Ersten gehörte. Sein Trainer damals bei den Senioren war Friedhelm Trantow. "Er war ein richtig cooler Trainer mit viel Humor und viel Ahnung. Er hat viel Wert auf Technik gelegt", beschreibt der Werder Bremen-Fan. Auch Spielertrainer Christian Michelswirth überzeugt Herrmann: "Er war menschlich auch super und hat viel Wert auf spielerische Sachen gelegt."

Viele Jahre Jugendtrainer

Als Herrmann 22 Jahre alt war, zog es ihn dennoch für ein halbes Jahr weg von Ennigerloh - er lief nun für die Zweite von SV Neubeckum auf. Ein Studienkollege lotste ihn da hin. Eigentlich war dann auch schon geplant, dass Herrmann in der folgenden Saison bei der Ersten spielen würde, doch es meldete sich sein alter Trainer Trantow bei ihm und er überzeugte den zentralen Mittelfeldspieler von einer Rückkehr. Bis Herrmann 26 war, blieb er in Ennigerloh. Dann kam es zu einem Trainerwechsel bei der Ersten. "Das war dann ganz eigenartig. Ich war vorher immer Stammspieler und er meinte dann zu mir, das wird schwer für mich", begründet Herrmann seinen Abgang. Er schloss sich für ein halbes Jahr dem TSV Ostenfelde an und genoss die Zeit: "Der Verein und die Mannschaft an sich waren echt gut. Das war sehr kameradschaftlich." Sportlich lief es aber nicht ganz so gut für Herrmann. Im zweiten Spiel verletzte er sich schwer. Als er wieder fit war, kehrte er zu Ennigerloh zurück.

Während seiner Zeit als Spieler, begann er schon früh als Jugendtrainer. Er startete im Alter von 17 Jahren bei einer C-Jugend, die er zusammen mit seinem Kumpel Björn Zimmermeier coachte. Insgesamt trainierte er neun Jahre lang Jugendmannschaften beim SuS. "Ich habe da trainiert, wo jemand gebraucht wurde", erklärt er. Im Alter von 26 zog Herrmann nach Wesel und lebte dort für drei Jahre. "Ich war dann noch Spieler bei der Ersten, hatte aber nicht mehr so viel Zeit", so der Coach. In den Jahren trainierte er keine Mannschaft, was sich aber sofort änderte, als er mit 29 wieder in Ennigerloh lebte. Herrmann coachte wieder die C-Jugend. Zur Rückrunde der Saison 2012/13 übernahm Herrmann dann die Erste vom als Spielertrainer. "Der alte Trainer wurde entlassen, denn wir standen nicht gut da in der A-Liga", sagt er. Unter Herrmann lief es zwar besser, den Abstieg verhinderte er aber nicht.

Bezirksligaaufstieg mit Ennigerloh

Lange hielt sich die Truppe in der B-Liga aber nicht auf. Zusammen mit Trainer Jürgen Welp führte Herrmann die Truppe innerhalb von zwei Jahren wieder in die A-Liga. Auch dort spielte die Truppe weiter erfolgreich. In der ersten A-Liga-Saison 2015/16 erreichte Ennigerloh Platz fünf, im Jahr darauf feierte die Mannschaft die Meisterschaft. Die Aufstiegsspiele gegen den PSV Bork bezeichnet der Coach als ein echtes Highlight. Das Hinspiel zuhause gewann Ennigerloh mit 4:3. "Beim Rückspiel war dann richtig viel los. Die sind mit zwei Fan-Bussen angereist. Wir haben 1:0 gewonnen und beim Tor sind 100 Leute aufs Feld gerannt. Wir haben dann noch mit allen Leuten im Vereinsheim gefeiert, obwohl es mitten in der Woche war", erinnert sich der Trainer zurück. Ennigerloh spielte das erste mal wieder in der Bezirksliga, seit Herrmann zu den Senioren gestoßen war. Ähnliches spielte sich ab, als die Truppe in der Saison 2017/18 am letzten Spieltag den Klassenerhalt perfekt machte. 

Ein Jahr später stieg die Truppe dann aber doch ab. Herrmann blieb trotzdem noch Trainer. In der Saison 2019/20 lief es eigentlich gut für Ennigerloh. Herrmann trainierte in diesem Jahr zusammen mit Tobias Brinkmann die Erste. "Er ist ein sehr, sehr umgänglicher Typ mit wirklich viel Fachkompetenz. Wir haben schon wirklich viel Taktisches gemacht, dafür, dass wir Kreisliga A gespielt haben", beschreibt Brinkmann seinen ehemaligen Trainerkollegen. Das Team stand auf dem zweiten Platz in der A-Liga und hatte die Berechtigung, nach der Corona-Pause aufzusteigen. Es kam aber zu Unstimmigkeiten im Verein. "Mir wurde dann im Januar gesagt, dass ich nicht weiter mache", erklärt der Übungsleiter. Mit Herrmann verließen auch einige Spieler den Verein. Sechs Kicker wechselten mit ihm zusammen zum SC Hoetmar. "Ein paar haben sich auch beschwert, dass ich sie nicht angesprochen habe", sagt er lachend.

Kameradschaft und Umfeld in Hoetmar überzeugen

Ein Grund, weshalb Herrmann den Trainerposten beim SC Hoetmar annahm, war Geschäftsführer Walter Venhues. "Er hat mir nichts versprochen, was nicht eingetroffen ist. Die Kameradschaft und das Umfeld sind richtig gut", zeigt sich der B-Lizenz-Inhaber begeistert. Auch mit dem SC Hoetmar hat Herrmann nun viel vor. "Ich möchte auf jeden Fall nicht mehr im Abstiegskampf sein und nächste Saison schon gerne in die obere Hälfte. Wir wollen auch mal die Großen ärgern", sagt er. Dabei belegt die Truppe in der Vorsaison noch den letzten Tabellenplatz.

Grundsätzlich ist Herrmann ein Fan davon, den Ball selbst zu haben: "Mir ist viel Ballbesitz wichtig. Mit langen Bällen zu spielen, kann erfolgreich sein, aber die Spieler werden dadurch auf Dauer nicht besser. Dafür muss man selbst den Ball haben. Das Fußballspielen wird bei uns besser, aber wir machen noch zu leichte Fehler." Zusammen mit Herrmann ist Denny Dürre von Ennigerloh nach Hoetmar gekommen, der ihn als Co-Trainer unterstützt. "Er ist hilfsbereit und gibt jedem seine Chance. Er kann sich gut mit den Spielern unterhalten und hat eine hohe Überzeugungskraft", erklärt Dürre und fügt hinzu: "Ich halte ihn für einen richtig Guten." 

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