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Kreisliga A1 MS

Seitdem Cüneyt Üstün-Patzelt Trainer beim FC Greffen ist, läuft es richtig gut für die Truppe.

Üstün-Patzelt hat in Greffen noch was vor


von Alexander Eckrodt

(21.02.21) Die Geburt seines zweiten Sohnes, seine Hochzeit- in den ersten Monaten im Jahr 2021 hat sich viel getan bei Cüneyt Üstün-Patzelt (er hat den Nachnamen seiner Frau angenommen). "Die Feier blieb natürlich aus, aber wir werden sie bestenfalls nachholen", erklärt er. Und noch eine weitere Sache hat sich geklärt - er bleibt auch in der kommenden Spielzeit Trainer beim Tabellen-Sechsten. "Ich fühle mich wohl hier und mag die familiäre Atmosphäre. Mir wird vermittelt, dass ich hier sehr willkommen bin", sagt der Übungsleiter. Dafür lehnte er auch zwei andere Gebote ab. Er hat in Greffen richtig was vor.

Üstün-Patzelt begann schon sehr früh seine fußballerische Laufbahn bei der TSG Rheda (heute FSC Rheda). "In meinem Freundeskreis haben alle gekickt und für uns gab es nichts anderes. Wir haben uns immer auf dem Spielplatz getroffen und Fußball gespielt, bis wir nichts mehr gesehen haben", beschreibt er. Bis in die E-Jugend spielte er bei Rheda, ehe es ihn über die Zwischenstation Westfalia Wiedenbrück zur C-Jugend des FC Gütersloh führte. In seinem ersten Jahr bei den A-Junioren schaffte Üstün-Patzelt mit seiner Truppe den Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga. Seine Trainer waren unter anderem Maik Walpurgis und Fritz Grösche. Zu der Zeit musste der FC Gütersloh Insolvenz anmelden und die erste Mannschaft hatte den Spielbetrieb abgemeldet. "Wir waren jetzt das Aushängeschild des Vereins", erklärt der Trainer. Am ersten Spieltag in der Junioren-Bundesliga spielte Gütersloh gegen Bayer 04 Leverkusen. Der Schalke-Fan sagt: "Bayer war zu der Zeit seit eineinhalb Jahren ungeschlagen und wir haben vor 1.700 Zuschauern 1:0 gewonnen. Das war eine geile Erfahrung, das werde ich nie vergessen."

Als 19-Jähriger in die Türkei

Der FC Gütersloh stellte sich in der kommenden Saison neu auf und startete als FC Gütersloh 2000 in der Oberliga, Üstün-Patzelt entschied sich aber für einen Wechsel zum SC Wiedenbrück, welcher aus der Fusion von Eintracht Wiedenbrück und Westfalia Wiedenbrück entstand. Dort kam der zentrale Mittelfeldspieler aber nur selten in der Westfalenliga zum Einsatz, die Konkurrenz war zu groß. "Dadurch wurde meine Unzufriedenheit größer", so der Coach. Um wenigstens an etwas Spielpraxis zu kommen, lief er zweimal für die zweite Mannschaft auf. Bei beiden Spielen lauteten die Ergebnisse am Ende 2:2 und er hatte in beiden Spielen einen Doppelpack geschnürt. "Da dachte ich, in der nächsten Saison bekomme ich bestimmt meine Chance", erinnert sich Üstün-Patzelt und ergänzt: "Mir wurde aber weiterhin nur gesagt, ich sei nah dran." In der folgenden Saison strebte er dann den Vereinswechseln an und erhielt auch eine Anfrage von der TSG Harsewinkel aus der Landesliga. Dort war Wolfang Grübel Trainer, der zuvor die Zweite in Wiedenbrück betreut hatte. Das Problem: als er zum SC Wiedenbrück ging hatte er für zwei Jahre unterschrieben. Die Ablöse war für Harsewinkel zu hoch.

Damit der Wechsel aber doch zustande kam, verlängerte Üstün-Patzelt seinen Vertrag bei Wiedenbrück und ließ sich nach Harsewinkel ausleihen, wo er mit starken Leistungen überzeugte. "Ich habe eine Bomben-Saison gespielt. Ich habe sehr viele Tore vorbereitet", sagt er. Es lief für ihn so erfolgreich, dass ein Scout aus der Türkei auf ihn aufmerksam wurde und ihn zum Probe-Training beim türkischen Zweitligisten Bucaspor einlud. Insgesamt verbrachte er aber nur wenige Monate in der Türkei. "Ich bin mit 19 Jahren alleine dahin und kein Spieler hatte mit mir gesprochen. Ich war für die anderen Luft", erinnert er sich an die ersten Tage. Erst als er beim Training mit guter Leistung überzeugte, kamen die ersten Mitspieler auf ihn zu und redeten mit ihm. "Wenn ich da schlecht gespielt hätte, hätten die mich zerpflückt. Da wird jeder neue Spieler als Gefahr angesehen." Nach den Problemen am Anfing fühlte sich der heute 39-Jährige aber willkommen und er sagt zu der Zeit: "Es war eine Erfahrung wert."

Jugendtrainer in Peckeloh 

Aus familiären Gründe zog es Üstün-Patzelt aber wieder zurück nach Deutschland. Dort spielte er erstmal wieder in Harsewinkel. Bis dahin hatte er immer noch den Traum gehabt, irgendwann vielleicht Fußballer zu werden. "Dafür habe ich gelebt", erklärt er. Zurück in Deutschland entschied er aber: "Ich werde nicht jünger, ich kann mir die Fußballerkarriere abschminken. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch keine Ausbildung." Nach zwei Jahren bei der TSG Harsewinkel wechselte er daher in die Kreisliga zum FC Türkiye Neuenkirchen, wo er ebenfalls zwei Jahre verbrachte. "Die haben mir einen Job besorgt", sagt er. Es folgten Stationen bei SuS Bad Westernkotten und Barisspor Oelde, ehe ihn ein Freund zum SC Peckeloh lotste. Dort begann er mit 28 auch als Jugendtrainer. Wenige Jahre später beendete er seine fußballerische Laufbahn und konzentrierte sich auf seine Arbeit als Trainer der C-Jugend in Peckeloh. "Ich wollte und brauchte niemandem mehr etwas beweisen", sagt Üstün-Patzelt. Im zweiten Jahr als Trainer der C-Jugend gewann er mit der JSG Peckeloh/Oesterweg den Kreispokal und die Meisterschaft. Als Spieler begann er währenddessen dann doch nochmal kurz beim SC Halle unter Peter "Piet" Mannek, merkte aber schnell, dass ihm das zu viel wurde.

Nach dem erfolgreichen zweiten Jahr mit der C-Jugend legte der Übungsleiter ein komplettes Jahr Pause ein, ehe es ihn zurück zur TSG Harsewinkel verschlug. Peter Mannek war dort nun Trainer und suchte noch einen Co. Dabei stand das Trainerteam vor einer großen Herausforderung, da die Mannschaft zuvor komplett umgekrempelt wurde. Am Ende reichte es auch nicht für den Klassenerhalt. "Wir sind in der Bezirksliga sang- und klanglos abgestiegen", beschreibt es der Trainer, der von Mannek aber so einiges mitnahm: "Er hat extrem viel Ahnung und weiß, wie er Leute zu packen hat. Die Spieler haben alles für den Kerl gemacht." In der folgenden Saison heuerte er als Trainer beim TuS Solbad Ravensberg an. Er hatte Vorstandsmittglied Michael Giannotti zuvor auf einer "Spaßreise" getroffen. Nach eineinhalb Jahren war dort aber wieder weg. Er legte wieder eine kurze Pause ein - bis Mannek ihn irgendwann wieder kontaktierte. Dieser hatte Üstün-Patzelt nämlich beim B-Ligisten FC Greffen vorgeschlagen, der gerade auf Trainersuche war. Kurz darauf nahm der Verein Kontakt zum Trainer auf und sie einigten sich darauf, dass er den Verein für die Rückrunde übernimmt. Da beide Seiten voneinander noch herzlich wenig wussten, sollte erst nach der kurzen Probephase über die längere Zukunft gesprochen werden. Beide Parteien merkten dann schnell: "Wir wollen beide den gleichen Weg gehen." 

Mittlerweile ist Üstün-Patzelt in seiner dritten kompletten Saison beim FC Greffen. Unter ihm hat der Verein den Aufstieg in die A-Liga geschafft und sich dort auch schon etabliert. Der Trainer freut sich darauf, auch in der kommenden Spielzeit die Truppe zu coachen und hat dabei auch ambitionierte Ziele: "Wir sind ein kleiner Verein und sind mit der A-Liga super aufgestellt, aber trotzdem reicht mir das nicht. Ich möchte in den nächsten Jahren einmal in die Top drei." Beim Training von Üstün-Patzelt gibt es keine 45-minütigen Ausdauerläufe. "Ich mache kein Training, dass ich als Spieler früher gehasst habe. Ich mache sehr viel mit dem Ball", erklärt er. Ausdauer- und Konditionsübungen gehören natürlich trotzdem dazu, dann aber in kurzen Intervallen sehr intensiv. "Ich glaube, dass wir deswegen auch kaum Verletzte hatten", sagt er. FC Greffens Co-Trainer Niklas Kraft sagt zum Chef-Trainer: "Er ist ein sehr lustiger, offener und ehrlicher Mensch mit viel Fußball-Erfahrung. Durch seine Vita ist er sehr gut vernetzt. Er ist eine ehrliche Haut und sagt auch, wenn etwas nicht richtig ist."  

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Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SC Münster 08 II 19    65:11 55  
2    TGK Tecklenburg 20    81:24 51  
3    SV Bösensell 19    49:10 49  
4    Neuenkirchen II 20    71:25 46  
5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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Ems Westbevern - Warendorfer SU 1:1
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TuS Hiltrup IV - GW Amelsbüren II 4:2
SW Havixbeck - Fortuna Schapdetten 3:3
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Concordia Albachten - GS Hohenholte 3:1
Fort. Schapdetten - Warendorfer SU II 1:0
Warendorfer SU - TSV Handorf 3:1
Fortuna Schapdetten - VfL Wolbeck II 2:2
SV Bösensell II - Centro Espanol 2:3
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VfL Wolbeck - Warendorfer SU 5:7 n.E.
BSV Ostbevern II - Westfalia Kinderhaus 0:6
TuS Ascheberg II - FC Nordkirchen II 1:2
TuS Altenberge II - SC Capelle 5:1
FC Greffen - TSV Ostenfelde 2:1
BW Beelen - SC Everswinkel 3:1
SG Selm - SC Capelle 4:0
SG Sendenhorst - FC Greffen 8:2
SC Everswinkel - SC Hoetmar 5:1
SC Gremmendorf - Centro Espanol Hiltrup 1:0
TuS Altenberge III - Eintracht Münster II 3:3
Werner SC II - ESV Münster 2:0
SV Herbern II - TuS Altenberge II 4:2
SV Rinkerode - SC Nienberge 4:3
SC Münster 08 II - SC Hoetmar 3:0
SV Ems Westbevern - TSV Handorf 0:5
BG Gimbte - RW Alverskirchen 3:2
Saxonia Münster - GW Amelsbüren 0:1
SG Dyckburg - SC Everswinkel 0:3
TSV Handorf - FC Nordkirchen 1:8
Eintracht Münster - SW Havixbeck 8:6 n.E.
BW Greven - SC Gremmendorf 2:0
Ems Westbevern - Concordia Albachten 1:0
SC Nienberge - SC Münster 08 1:2
FC Mecklenbeck - SC Reckenfeld 2:0
TuS Ascheberg - TuS Hiltrup 0:6
SC Greven 09 - BSV Roxel 7:6
Teutonia Coerde - SV Südkirchen 4:0
SV Rinkerode - GW Gelmer 2:0
TSV Ostenfelde - FC Münster 05 1:3