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Serie: Die Sidekicks der Kreisliga

Laurenz Günther (m.) würde für alle Hopstener durchs Feuer gehen, sagt man bei der Westfalia über den Torwarttrainer. Auf dem Foto zu sehen: Nick Lüttmann (r.), Hopstens aktuelle Nummer eins. Der dritte auf dem Foto ist Steffen Söndgen, früherer Westfalia-Keeper und inzwischen bei Emsdetten 05 aktiv. Foto: privat

Westfalia wichtiger als Königsblau


Von Stephan Meyer

(04.03.21) Laurenz Günther ist Schalker durch und durch. Als er 1969 anfing, Heimspiele der Königsblauen zu besuchen, kickten diese noch in der altehrwürdigen Glückauf-Kampfbahn am Ernst-Kuzorra-Platz. Seit 1984 hat der heute 57-Jährige eine Dauerkarte. Über sich selbst sagt Günther: "Mehr Schalke in Hopsten geht nicht." Stichwort Hopsten: Stand S04 bei Günther fast das ganze Leben mit an erster Stelle, ist die in Hopsten beheimatete Westfalia vor knapp sieben Jahren vorbeigezogen.

Und das kam so: Mit Christoph "Fuzzy" Meyer ist Laurenz "Laui" Günther schon seit 30 Jahren befreundet. Meyer übernahm vor sieben Jahre dann das Traineramt in Hopsten und bei einem abendlichen Treffen brach es dann aus Meyer heraus. "Plötzlich sagte er zu mir, ich könne doch wohl Torwart-Trainer machen", erzählt Günther. "Ich hab dann gesagt, 'Gib mir mal 14 Tage Zeit, das muss ich erst mit meiner Frau klären'. Und die hatte dann nichts dagegen." So begann eine kleine Liaison, deren Ende noch lange nicht in Sichtweite ist. "Es macht unwahrscheinlich Spaß. Ich hätte nie gedacht, dass ich dafür mal ein Derby (Schalke vs. Dortmund, Anm. der Redaktion) sausen lasse. Aber die Truppe ist mir jetzt wichtiger", schwärmt "Laui".

Rückkehr auf den Platz

Im Normalfall zweimal die Woche macht er also jetzt im siebten Jahr die Schnapper in Hopsten lang. Die neuesten Corona-Bestimmungen lassen Torwart-Training mit einem Keeper ja nun sogar wieder zu. So legte "Laui" gestern Abend nach Absprache mit Kommune und Verein los und wird sich nun täglich einen von Hopstens Hütern vornehmen: "Da freue ich mich richtig drauf." Nick Lüttmann und Co. dürften einige Schweißperlen vergießen in den nächsten Wochen. Günther verlange von den Keepern immer Vollgas und habe das Torwart-Training auf ein neues Level gebracht was Intensität und Vielseitigkeit angeht, äußert sich beispielsweise Routinier Nico Üffing über "Laui". Üffing ist Feldspieler - und folglich durchaus mal froh, dass er den Einheiten mit Günther aus dem Weg gehen kann: "Das sieht immer sehr anstrengend aus."

Nie eigenes Torwart-Training

Laurenz Günther war früher selbst Torwart, hielt in der Jugend Bälle für die Westfalia und die DJK Ostenwalde. Mit 19 ging es dann zu GW Westkirchen. Da war er aufgrund des Wehrdienstes stationiert, lebte dort und lernte seine heutige Frau kennen. In Westkirchen hechtete er den Bälle für die erste Mannschaft hinterher, bis ihm ein Kreuzbandriss einen Strich durch die Rechnung machte. Eigenes Torwarttraining bekam "Laui" nie: "Das gab es damals noch nicht." Auch deshalb ist ihm das Torwart-Training heute so wichtig. Die Schnapper sind dankbar. Günther: "Es ist immer ein tolles Gefühl, wenn ich sehe, was sie leisten."

"Laui würde für uns durchs Feuer gehen"

Im Kreise der Westfalia ist Laurenz Günther richtig angekommen. Nico Üffing beschreibt: "Er ist sehr angesehen und liebt die Gemeinschaft, die der Fußballsport mit sich bringt." Fast schon geadelt wird er vom aktuellen Cheftrainer Frank Greiwe, der Laurenz Günther als "dufte Marke" bezeichnet: "Ich kenne keinen, der mit so viel Herzblut dabei ist. Er ist immer da, hat für jeden ein offenes Ohr und würde für uns alle durchs Feuer gehen." Laurenz Günther ist nicht nur Schalker durch und durch, er ist eben mittlerweile auch Hopstener durch und durch.

Mitgründer von Königsblau Hopsten

Schalke spielt sportlich also nur noch die zweite Geige in Laurenz Günthers Leben, was aber nicht mit der aktuell prekären sportlichen Lage der Knappen zusammenhängt. "Das war auch schon lange vor Corona so", stellt "Laui" klar. Dreimal sei er bereits mit Schalke abgestiegen. Der vierte Abstieg rückt wohl unaufhaltsam näher. Günthers aktuelles Fazit fällt ernüchternd aus: "Ich kann nicht nachvollziehen, was da passiert." Nach dem Derby-0:4 gegen den BVB "hätte es einen Platzsturm gegeben", entgegnet Günther auf die Frage, was wohl im Schalker Stadion los wäre, wenn denn Zuschauer rein gedurft hätten. In Hopsten war "Laui" im übrigen einer der Gründer des S04-Fanclubs "Könisgblau Hopsten" und einige Jahre im Vorstand aktiv. Heute ist er nur noch Mitglied. Die Westfalia geht nun eben vor.

Einen Wunsch hat "Laui" für die kommenden Wochen und spricht wohl allen aus der Seele: "Ich hoffe, dass wir uns alle bald gesund auf dem Platz wieder sehen."

Serie: Die Sidekicks der Kreisliga

Trainergesichter kennt ja jeder! Doch wer sind eigentlich die wichtigen Leute im Hintergrund? Der Co-Trainer, der Edelbetreuer, der Torwarttrainer, der Busfahrer...in loser Folge wollen wir euch diese wichtigsten Sidekicks aus den Teams hinter den Teams näher bringen. Ihr habt einen kultigen Betreuer? Einen super Co-Trainer? Einen tollen Torwarttrainer? Einen top Physiotherapeuten? Ideen gerne her zu uns!

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