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U21-Triumph als Blaupause für Jogis Jungs

 

Hoffentlich haben Jogis Jungs beim Endspiel der U21-EM im Stadion SRC Stozice in Ljubliana genau hingeschaut. Beim 1:0 (0:0)-Finaltriumph über Portugal standen beim Europameister Deutschland überwiegend Spieler in der Startelf, die in der Bundesliga kaum oder nur eine untergeordnete Rolle spielen - Ridle Baku von Champions League-Teilnehmer VfL Wolfsburg oder Shootingstar Florian Wirtz von Bayer 04 Leverkusen mal ausgenommen. Dennoch, wer eine Öffnet externen Link in neuem FensterAnmeldung beim Wettanbieter Bwin hatte, hätte dennoch auf diese Elf setzen können.

Trainer Stefan Kuntz, der als aktiver Spieler selbst DFB-Pokalieger, Deutscher Meister und Europameister war, weiß, wie man erfolgreich bei einer Öffnet externen Link in neuem FensterU21-EM abschneidet. Dreimal stand er bereits im Endspiel, seit dem 7. Juni hat er seinen zweiten Titel in der Tasche. Es ist aber bemerkenswert, dass er vor knapp zwei Jahren, als er die neue Generation der Deutschen Youngster übernahm, herausstellte, dass es schon deutlich talentiertere Einzelspieler gegeben habe. Mit viel Fleiß, Ehrgeiz, Wissbegierde und Elan belehrten seine Spieler ihn und viele andere, dass es eben mehr braucht als nur hochdekorierte Individualisten mit einem hohen Marktwert, sondern vor allem Teamgeist und Leidenschaft. Den lebte die deutsche Elf bei der Endrunde in beeindruckender Art und Weise vor. 

Im Viertelfinale gegen Dänemark erlebten die deutschen Nachwuchs-Hoffnungen ein Wechselbad der Gefühle, ehe der 6:5-Sieg im Elfmeterschießen letztlich im Sack war. Die Führung der Dänen durch Wahid Faghir aus der 69. Minute egalisierte Lukas Nmecha, der später zum Toptorschützen des Turniers gekürt werden sollte, erst in der 88. Minute. In der Verlängerung feuerte Jonathan Burkhardt dann den Ball fulminant zum 2:1 für die DFB-Elf in die Maschen (100.), ehe Victor Nelsson vom Elfmeterpunkt egalisierte (2:2/108.). Im Elfmeterschießen behielten dann vier gelernte Innenverteidiger auf deutscher Seite die Nerven, während Schlussmann Finn Dahmen mit zwei parierten Versuchen den Einzug ins Semifinale sicherte. Eben jener Dahmen, der in der Vorrunde gegen die Niederlande noch böse gepatzt hatte.

Gegen Oranje traten Kuntz' Jungs dann auch in der Runde der letzten vier an - und zeigten in der ersten Halbzeit die beste Leistung des Turniers. Nach wenigen Sekunden lösten sich die Deutschen aus dem Offensivpressing des Titelfavoriten, Nmecha flankte butterweich mit dem Außenrist auf Florian Wirtz, der aus kurzer Distanz traf (1:0/1.). Kurze Zeit später erhöhte das Öffnet externen Link in neuem FensterSupertalent mit einem platzierten Flachschuss sogar auf 2:0 für die Deutschen (8.). Die Niederländer streckten sich im zweiten Durchgang, verzeichneten reichlich Ballbesitz, kamen aber nur beim Anschlusstreffer durch Perr Schuurs (2:1/67.) entscheidend durch.

Im Finale spielten dann beide Teams einen exzellenten Ball. Nach leichten Vorteilen für die Portugiesen zu Beginn kam die deutsche Equipe immer besser in die Partie, verpasste aber vor dem Seitenwechsel bei mehreren richtig guten Torchancen die mögliche Führung. Dann die Führung der Deutschen. Niklas Dorsch, Deutschlands später gefeierter Matchwinner, spielte einen Diagonalball rüber zu Ridle Baku. Der dribbelte an und sah das kleine Passfenster für den startenden Nmecha, der Portugals starken Keeper Diogo Costa umkurvte und zum 1:0 traf (49.). Trotz des in der Schlussphase immer stärker werdenden Drucks des Gegners behielt die Abwehr um Nico Schlotterbeck und Amos Pieper die Nerven und brachte den Pott nach Hause. 

Ziemlich ins Klo gegriffen haben die Marketing-Experten des DFB, als sie vor einigen Jahren dem frisch gebackenen Weltmeister Deutschland den Beinamen "Die Mannschaft" verpassten. Die Hochglanz-Kampagne kam bei vielen Fans überhaupt nicht an, zumal sich die Mannschaft anschließend, speziell bei der WM 2018 in Russland, ganz und gar nicht als Einheit präsentierte. Der Wille, die Massen wieder zu begeistern und hinter sich zu bringen wie etwa beim Sommermärchen 2006 und den darauffolgenden internationalen Wettkämpfen, ist klar erkennbar bei der Mannschaft von Joachim Löw, der bei der am Freitag startenden Europameisterschaft sein letztes Turnier als Bundestrainer bestreiten wird. Auch wenn es fürchterlich abgedroschen wirkt: Mit Teamgeist, Wille, Leidenschaft - früher sprach man von den "deutschen Tugenden" - wäre man bereits einen großen Schritt weiter. Vielleicht sollte sich Joachim Löw ja mal bei Stefan Kuntz erkundigen, an welchen Schräubchen er vor und während des Turniers gedreht hat. Der Mann weiß nämlich, wie man Europameister wird.



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